Wie die Spinnen im Netz

von Marlies Mohr
Gut war die Stimmung vor dem ersten Start unter den Teilnehmern, mit Fortdauer der Bewerbe war die Müdigkeit mehr und mehr spürbar. VN-Lerch

Gut war die Stimmung vor dem ersten Start unter den Teilnehmern, mit Fortdauer der Bewerbe war die Müdigkeit mehr und mehr spürbar. VN-Lerch

Jakob Mayer wurde seiner Favoritenrolle bei der X-Challenge-Premiere in Tschagguns gerecht.

Tschagguns Er ging als Topfavorit in den Bewerb und tat, was von ihm erwartet wurde: Jakob Mayer gewann souverän die erste X Challenge im Rahmen des Red Bull 400 auf der Schanzenanlage im Montafon. Der 27-Jährige absolvierte die drei Läufe in einer Gesamtzeit von 5:04,1 Minuten und nahm Skibergsteiger Daniel Zugg damit fast zwanzig Sekunden ab. Bei den Damen siegte überraschend Jasmine Rüscher (4:01,8) vor Larissa Gabriel und Eva Aschaber. Insgesamt stellten sich 65 Teilnehmer der Herausforderung, eine Skisprungschanze einmal von unten nach oben zu bewältigen. Für die Veranstalter Hans-Peter Ess und Günter Ernst eine gelungene Premiere: „Wir kommen wieder ins Montafon“, versprach Ernst.

Gewiefter Taktiker

Tatsächlich war alles für einen Auftakt nach Maß angerichtet. Das Wetter spielte mit, auch die Zuschauer kamen in Scharen, um das Spektakel hautnah mitzuerleben. Sie wurden nicht enttäuscht. Die Profi- und Hobbyathleten lieferten sich ein ums andere Mal spannende Rennen. Von unten betrachtet nahmen sie sich aus wie Spinnen im Netz. Wohl alle hätten sich in Anbetracht von 350 teils extrem steilen Metern die Leichtfüßigkeit der Krabbeltiere gewünscht. Einer hatte sie, nämlich Jakob Mayer, wiewohl auch er einräumte, dass man sich schon quälen müsse und der Sprint da hinauf ordentlich in die Waden gehe. So hatte auch der Berglaufspezialist seine schwachen Momente, als er sich Daniel Zugg im ersten Vorlauf geschlagen geben musste. „Ich wollte meine Energie für die Finalläufe sparen“, lieferte Mayer dafür jedoch eine schlüssige Erklärung. Die Taktik ging auf. Im ersten Finallauf zeigte der Dornbirner, was er in den strammen Beinen hat und knallte rasante 2:22,2 Minuten auf die Matte. Damit war der Grundstein für den Sieg gelegt. Im zweiten Finallauf ging es der Blondschopf dann bedächtiger an, hielt die Konkurrenz jedoch immer sicher auf Abstand. Entsprechend wohlgelaunt gab sich Jakob Mayer am Ende der Veranstaltung, als er symbolisch den Schlüssel für einen Mercedes der neuen X-Klasse überreicht bekam. Das Auto sei schon auch Ansporn gewesen, sich ins Zeug zu legen, räumte Mayer ein. Nun darf er den Pick-up ein halbes Jahr lang pilotieren.

Überschaubar war das Starterfeld bei den Damen. Gerade einmal fünf hatten für die herausfordernde X Challenge in Tschagguns genannt. Als Schnellste trug sich etwas überraschend Jasmine Rüscher in die Siegerliste ein. Sie ließ die höher gehandelte Larissa Gabriel deutlich hinter sich. „Es hat echt Spaß gemacht“, freute sich Rüscher am Ende eines harten Tages.

Bergauf mit dem Helm

Über einen Mangel an Spaß konnten auch die Staffeln nicht klagen. Zehn Teilnehmer bewerkstelligten diesen Teil der X Challenges, wobei die Männer mit vier Teams die Mehrzahl bildeten. Dazu kamen noch zwei Feuerwehr- und zwei Familienstaffeln sowie eine Mixed- und eine Frauenstaffel. Die Feuerwehrfrauen und –männer ließen es sich nicht nehmen, mit Helm und langer Hose die Schanze zu erklimmen. Das B-Finale holte sich Nino Hengl vor German Nachbaur und Rene Reiner. Hengl durfte sich außerdem über einen Gutschein für einen Bungee-Sprung von der Lingenauer Brücke freuen. Lakonischer Kommentar auf die Frage, ob er sich das traue: „Wenn ich hinaufkomme, komme ich auch hinunter.“

<p class="caption">Bergläufer Jakob Mayer knallte wie erwartet die Bestzeit ins „Netz“. VN-Lerch/4</p>

Bergläufer Jakob Mayer knallte wie erwartet die Bestzeit ins „Netz“. VN-Lerch/4

<p class="caption">Viel Applaus ernteten die Teilnehmer der Feuerwehrstaffeln.</p>

Viel Applaus ernteten die Teilnehmer der Feuerwehrstaffeln.

<p class="caption">Gerade einmal fünf Frauen wagten sich an die Herausforderung X Challenge.</p>

Gerade einmal fünf Frauen wagten sich an die Herausforderung X Challenge.

<p class="caption">Die Faust des Siegers. Am Ende durfte sich jeder als Sieger fühlen.</p>

Die Faust des Siegers. Am Ende durfte sich jeder als Sieger fühlen.

„Ich wollte meine ganze Energie für die beiden Endläufe sparen.“

X Challenge 2018

A-Finale

1.Jakob Mayer, TS Jahn Lustenau 5:04,1 Minuten* (2:22,2/2:41,9)

2. Daniel Zugg, Adidas Outdoor  5:23,6 (2:41,3/2:42,3)

3. Laurin Harrer, SSG Götzis 5:47,6 (3:00,6/2:47,0)

Legende: * Gesamtzeit

B-Finale

1. Nino Hengl, Team Iron Man 4:31,6

2. German Nachbaur 4:37,2

3. Rene Reiner, Güs-Laufseminar 4:42,6

Frauen

1. Jasmine Rüscher 4:01,8

2. Larissa Gabriel  4:17,9

3. Eva Aschaber, BLT-Bludenz 4:42,3

Männer-Staffel

1. Lukas Hausberger, Sandro Schuchter, Johannes Netzer 6:34,4

2. Alexander Borg, Hannes Metzler, Jodok Marent 7:28,5

3. Lukas Kühlechner, Alois Tschofen, Liebreich Sauerwein 8:38,9

Mixed-Staffel

1. Karin Seyfried, Justine Bartek, Hubert Ritter 4:27,7

Feuerwehr-Staffel

1. Rupert Pfefferkorn, Christoph Hinteregger, Marcel Berger 8:33,5

2. Bianca Rinderer, Maria Messmer, Martin Both 10:19,8

Familien-Staffel

1. Philipp Hofer, Wolfgang Hofer, Nicole Hofer 9.09,9

2. Dieter Reis, Sigrid Reis, Jakob bzw. Elora Reis 11:08,6

Frauen-Staffel

1. Elisa Walch, Alexandra Grabher, Anna Meixner 10:18,0

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