Altach mit einem 0:1-Handicap zum „Endspiel“ nach Israel

von Christian Adam aus Innsbruck
Jan Zwischenbrugger scheut keinen Zweikampf. Qualitäten, auf die Trainer Schmidt heute gegen Wolfsberg setzt. apa

Jan Zwischenbrugger scheut keinen Zweikampf. Qualitäten, auf die Trainer Schmidt heute gegen Wolfsberg setzt. apa

Vor mehr als 5000 Besuchern macht Altach aus zahlreichen Chancen keine Tore.

Innsbruck. Traurige Gesichter in Innsbruck, denn Cashpoint Altach verliert das Play-off-Heimspiel im Rahmen der EL-Qualifikation gegen Maccabi trotz starker Leistung knapp mit 0:1 und steht jetzt auswärts unter Siegdruck.

Es war das von allen erwartet schwere Spiel. Nicht nur, dass die Israelis auf dem Feld mit ähnlichen Vorzügen glänzten, wenige Minuten vor der Pause setzte auch starker Regen dem Terrain arg zu. Altach versuchte Geduld zu zeigen und den Ball lange in den eigenen Reihen zu halten. Doch es ergaben sich kaum Räume, um den Pass in die Tiefe spielen zu können. Zu oft fanden die Zuspiele auch nicht den Abnehmer. So nach vier Minuten, als Stefan Nutz den pfeilschnellen Christian Gebauer suchte.

Vergebene Torchancen

Der 23-jährige Gebauer sollte auch in weiterer Folge ein Unruheherd bleiben. Ob mit links (36.) oder dann mit rechts (39.), der Abschluss fiel dann doch zu wenig druckvoll bzw. zu ungenau aus. Wie auch jener Kopfball von Jan Zwischenbrugger nach einer schönen Flanke von Andreas Lienhart (44.). Fast hätte es dann aber doch noch geklappt, als sich die Altacher gefährlich in den Strafraum spielten, Lienhart in Bedrängnis zum Schuss kam, dieser aber knapp am Kreuzeck vorbeistrich (45.).

Mit ihrer disziplinierten Spielweise und dem Pressing machten es die Israelis der SCRA-Mannschaft nicht leicht. Zumal sich die Maccabi-Spieler durchaus als ballsicher erwiesen und vor allem bei Standards variantenreich für Gefahr sorgten. Glück für die Altacher kurz nach Wiederanpfiff, als ausgerechnet Stürmer Vidar Orn Kjartansson Ballsicherheit vermissen ließ und nach einem Traumpass allein vor Goalie Martin Kobras das Leder nicht unter Kontrolle brachte (49.). Als der Ball einmal doch im Netz zappelte – Tibio-Kopfball nach einer Ecke (17.) – war die Fahne des SR-Assistenten in der Höhe. Abseits!

Ein Konter reichte zum Sieg

Altach, das gegenüber dem Salzburg-Spiel wieder mit Kapitän Philipp Netzer für Bernhard Janeczek antrat, versuchte es auch nach der Pause mit ruhigem Spielaufbau und Ballverlagerung. Und es sollten sich plötzlich Räume ergeben. So wurde es in der 62. Minute so richtig laut im Stadion, als Stefan Nutz aus kurzer Distanz eine Doppelchance nach einem abgewehrten Schuss von Lienhart nicht nutzte. Dem folgenden Eckball folgte die nächste Chance, als Avraham Rikan, der einen Kopfball von Gebauer per Kopf von der Linie bugsierte. Dem Hochgefühl im Stadion folgte nur Minuten später der Tiefschlag in Form des Gegentreffers (67.). Nach einem Ballverlust von Patrick Salomon funktionierte das Umschaltspiel der Israelis perfekt. Der Konter über Ofir Davidzada wurde schließlich vom Isländer Kjartansson, zuletzt im Cup dreifacher Torschütze, eiskalt abgeschlossen. Der Treffer zeigte Wirkung, Altach wirkte wie ein angeschlagener Boxer. Trainer Klaus Schmidt reagierte, brachte mit Adrian Grbic einen Stoßstürmer. Chancen gegen den in der Schlussphase nur mehr auf Defensive bedachten Gegner, wollten sich aber nicht mehr einstellen.

<p class="caption">Auch Moumi Ngamaleu konnte sich im Duell mit Maccabi-Routinier Tal Ben Haim nicht entscheidend durchsetzen. Foto: gepa</p>

Auch Moumi Ngamaleu konnte sich im Duell mit Maccabi-Routinier Tal Ben Haim nicht entscheidend durchsetzen. Foto: gepa

Fußball

UEFA Europa League 2017/18

Qualifikation, Play off (Hinspiel)

Cashpoint SCR Altach – Maccabi Tel Aviv 0:1 (0:0)

Innsbruck, Tivoli-Stadion Tirol, 5269 Zuschauer, SR Aleksei Kulbakov (BLR)

Tor: 67. 0:1 Kjartansson

Gelbe Karten: 18. Ngamaleu (Altach), 31. Schoenfeld (Maccabi/beide Foulspiel), 84. Galvão (Altach), 83. Yeini (Maccabi/beide Unsportlichkeit)

Cashpoint SCR Altach (4-1-4-1): Kobras; Lienhart, Zech, Netzer, Galvão; Zwischenbrugger; Gebauer (71. Grbic), Patrick Salomon, Stefan Nutz, Dobras; Ngamaleu

Maccabi Tel Aviv (4-3-3): Rajikovic; Spungin, Ben Haim, Tibi, Davidzada; Battocchio (85. Filipenka), Yeini, Rikan; Atzili (65. Micha), Kjartansson, Schoenfeld (72. Peretz)

Rückspiel: 24. August

Die Auslosung der Europa-League-Gruppenphase erfolgt am 25. August um 13 Uhr in Monaco.

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