Fasel kämpft an zwei Fronten

von Heimo Kofler
IIHF-Boss Rene Fasel. Foto: ap

IIHF-Boss Rene Fasel. Foto: ap

Der Präsident des Eishockey-Weltverbandes kämpft um die NHL-Stars bei Olympia.

Zürich. (VN-ko) 1988 in Nagano hatte Rene Fasel die Stars der NHL zu den Olympischen Winterspielen gebracht. Dafür unterbrach damals die bekannteste Eishockeyliga der Welt den Spielbetrieb. Für Pyeongchang 2018 steht die Absage aus der NHL im Raum. Der Boss des Internationalen Eishockeyverbandes IIHF gibt aber noch nicht auf: „Solange die Chance besteht, die NHL umzustimmen, werden wir unsere Türe so weit wie möglich offenhalten“, sagt er im Interview mit der Schweizer Sonntagszeitung.

Eine Welt-Hockeyfamilie

Der Präsident hat an zwei Fronten zu kämpfen. Da ist einmal die NHL-Organisation, von der Fasel sagt, der Commissioner verlange etwas Unrealistisches. „Gary Bettmann fordert die gleichen Rechte wie ein Topsponsor, der 100 Millionen Dollar bezahlt. Er will die olympischen Ringe für die NHL verwenden. Wenn da das IOC Ja sagt, müsste er dann allen großen Sportverbänden diese Rechte auch zugestehen.“ Und für Fasel geht es auch ums Prinzip: „Wir treten als Welt-Hockeyfamilie bei Olympia auf. Nicht eine Profiliga aus Nordamerika. Ich werde unsere Seele nicht verkaufen. Ich bin bereit, über den Atlantik zu schwimmen, wenn es sein muss. Aber es gibt eine Grenze, die ich nicht überschreite. Und wenn die NHL entscheidet, nicht zu kommen, dann ist es halt so. Es ging vorher auch ohne die NHL“, stellt er in der Sonntagszeitung klare Regeln auf.

Die zweite Baustelle ist für Fasel das Olympische Komitee. Das IOC weigerte sich, sich an den Reise- und Versicherungskosten zu beteiligen. „Das war der Anfang der Probleme“, findet Fasel. „Ich habe Bettman immer gesagt: Es soll nicht am Geld scheitern. Wir haben ja nun elf Millionen Dollar gefunden, indem wir die Ausgaben etwas reduzieren und Reserven anzapfen.“

Retourkutsche – oder nicht?

Dass das IOC auf stur schaltete, könnte darauf zurückzuführen sein, dass Fasel bei den Präsidentenwahlen 2013 nicht für Thomas Bach stand. „Bach wird sicher sagen, es sei keine Retourkutsche gewesen. Das IOC kann sich in Zukunft vor den technischen Kosten nicht drücken. Ich denke da an Golf, Basketball oder auch ans Baseball, das 2020 in Tokio dabei sein wird. Bei uns sind die Kosten einfach höher, weil wir pro Team 25 Spieler haben. Das IOC ist am Scheideweg. Wenn es Stars und Profis will, muss es dafür die Kosten übernehmen. Ich
bin dagegen, dass man die Athleten bezahlt. Aber Reisen, Hotel, Versicherungen

müssen übernommen werden.“ Fasel rechnet vor: „Das
IOC nimmt an Winter- und Sommerspielen gut

sechs Milliarden Dollar ein. Die technischen Kosten in den diversen Sportarten würden etwa 100 Millionen betragen.“ Für den 66-jährigen Schweizer ist auch klar: „Wenn sie mich fragen, ob die NHL 2022 nach Peking kommen dürfe, wenn sie nicht nach Pyeongchang kommt, sage ich ganz klar: Nein!“

Ich werde unsere Seele nicht verkaufen.

Rene Fasel
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