Ein Vorarlberger hilft den Schweizer Skistars auf die Sprünge

von Geraldine Reiner Berichtet aus St. Moritz
„Locki“ hat auch bei den Rennen alle Hände voll zu tun.  Foto: ger

„Locki“ hat auch bei den Rennen alle Hände voll zu tun. Foto: ger

Der ehemalige Bobpilot Jürgen Loacker kümmert sich um die Kondition von Feuz und Co.

St. Moritz. Am Sonntag ist für Beat Feuz ein großer Traum in Erfüllung gegangen. Der 30-jährige Emmentaler krönte sich bei der Heim-WM vor 40.000 Fans und seinem großen Idol Roger Federer mit der Goldmedaille in der Abfahrt. Am Montag legten in der Kombination Luca
Aerni mit Gold und Mauro Caviezel mit Bronze nach. Mit den Skistars im Zielgelände mitgefiebert und gejubelt hat auch ein Vorarlberger: Jürgen Loacker (42) ist seit knapp vier Jahren Konditionstrainer der Schweizer Speed-Herren. „Beat ist ein lässiger Typ. Er ist auch total bodenständig. Was ihn extrem ausmacht, ist, dass er ein absoluter Wettkampftyp ist. Es waren so viele Faktoren, wo du vom Kopf her so stark sein musst. Das hat er mit Bravour bestanden“, schwärmt Loacker unter anderem vom Schweizer Goldjungen.

In Feierlaune

Am Abend feierte Feuz seine Goldmedaille auf der Plaza Mauritius und löste in St. Moritz ein rauschendes Fest aus. Allzu lange mitfeiern konnte der gebürtige Koblacher arbeitsbedingt allerdings nicht. Bereits am Montagmorgen um halb sieben standen im Hotel Kempinski mit dem Mobilisieren der Läufer die ersten Vorbereitungen für die Herren-Kombination auf dem Programm. „Ich kümmere mich auch darum, dass das ganze Material am Start und im Ziel ist und dass die Jungs parat für den Start werden. Und nach einem Renntag oder dem Training ist es wichtig, dass die Läufer am nächsten Tag wieder fit sind“, berichtet der Konditionstrainer.

13 Jahre Berufserfahrung

Wie es sich anfühlt, bei einem Großereignis an den Start zu gehen, weiß Loacker aus eigener Erfahrung. Der Oberländer war als Bobpilot bei zahlreichen Europameisterschaften, den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin und 2010 in Vancouver dabei. Bei der Weltmeisterschaft 2008 in Altenberg fuhr er mit dem 8. Platz sein international bestes Ergebnis ein. 2013 trat Jürgen Loacker nach 13 Jahren in den Bob-Ruhestand. „Drei Monate später habe ich hier angefangen“, erzählt er. Nicht unbeteiligt daran waren laut Loacker zwei weitere Vorarlberger: „Walter Hlebayna hat mich angerufen und gefragt, ob ich mir das vorstellen könnte, Konditionstrainer zu werden.“ Der ehemalige Herren-Cheftrainer des Schweizer Skiteams sah ihn beim Trainieren im Kraftraum, zuvor hatte Skirennläufer Björn Sieber, der im Jahr 2012 bei einem Autounfall tödlich verunglückte, Hlebayna immer wieder von seinem guten Freund erzählt. Einfach war der Einstieg für den routinierten Sportler dennoch nicht. „Die Trainer waren anfangs skeptisch, weil ich keine Trainerausbildung habe. Schlussendlich war es Didier Defago, der entschieden hat, dass ich Trainer werden soll“, blickt der 42-Jährige zurück. Eine seiner Hauptaufgaben als Konditionstrainer ist es, die Läufer zwischen Mai und August konditionell auf den Winter vorzubereiten. Aber auch bei der Vorbereitung auf Schnee, bei den Trainings und Rennen ist „Locki“ immer mit von der Partie. „Ich betreue die Läufer das gesamte Jahr über. Viele haben auch einen privaten Konditionstrainer, das muss ich dann koordinieren.“

Mit dem Abschluss der Speed-Bewerbe ist die WM für Loacker beendet. Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt ihm aber nicht. Am Donnerstag und Freitag sind Skitrainings angesetzt, am Dienstag nächste Woche folgt die Anreise nach Kvitfjell, wo es wieder heißt: „Hopp Schwiiz!“

<p class="caption">Das Schweizer Skiteam in Feierlaune: Jürgen Loacker mit Goldmedaillengewinner Beat Feuz. Foto: Privat</p>

Das Schweizer Skiteam in Feierlaune: Jürgen Loacker mit Goldmedaillengewinner Beat Feuz. Foto: Privat

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