Der Mann, der alles im Bild hat

von Klaus Hämmerle Berichtet aus St. Moritz
Alex Roschanek ist in St. Moritz auch mit ORF-Reporterin Caroline Pflanzl im Einsatz . Foto: VN/hk

Alex Roschanek ist in St. Moritz auch mit ORF-Reporterin Caroline Pflanzl im Einsatz . Foto: VN/hk

Kameramann Alexander Roschanek begleitet den Skizirkus seit fast 20 Jahren.

ST. MORITZ. Er verbringt dieser Tage wieder zahlreiche Stunden in der Kälte – entweder am Berg oder im Ziel. Und wenn das Gewehr die Braut des Soldaten ist, dann ist für den Lochauer Alexander Roschanek seine Kamera die Braut. Der 58-Jährige ist eines der Augen im Skizirkus und fängt mit seiner Kamera alles ein, was die TV-Zuschauer bei den Ski-Übertragungen zu Gesicht bekommen.

Crash mit Knauss

Kameramann ist der gelernte Fernseh- und Radiotechniker seit 1991, nachdem er vorher als Cutter und Tontechniker gearbeitet hatte. Und als man beim ORF 1998 fragte, wer von den Kameraleuten gut Ski fahren könne, zeigte der Lochauer auf. Seitdem ist er ein fester Bestandteil im Weltcupzirkus. Ski fahren muss Roschanek vor allem dann können, wenn der ORF eine Strecke vorstellt. „Dann bin ich mit unseren Experten am Hang unterwegs. Das wird immer schwieriger, weil die Strecken mittlerweile fast immer eisig sind.“ Alex Roschanek ist glücklicherweise ein sehr sportlicher Mann. Das hilft ihm auf der Piste. „Das hilft dir aber nicht, wenn dich einer niederfährt. Hans Knauss ist das einmal mit mir passiert“, vergisst der Vorarlberger dieses Erlebnis der besonderen Art nie.

Als Kameramann ist Roschanek Zeitzeuge der rasanten technischen Entwicklung. „Früher hatten wir riesige Tische mit Monitoren. Zur Übertragung von Bildern brauchte man einen Satelliten. Heute brauchst du nur noch einen Laptop und eine gute Internetverbindung.“

Wobei Roschanek selber auch noch eine gute Kondition braucht. Nicht nur als Skifahrer auf der Piste. Er braucht die Kondition bei Ereignissen wie einer Ski-WM, wenn er zwei Wochen lang zehn Stunden täglich unterwegs ist. Mit einer schweren Kamera auf der Schultern.

Im Skiweltcup ist Roschanek vom ersten Rennen bis zum letzten unterwegs. „Im März bin ich dann schon froh, wenn es wieder vorbei ist. Genauso aber kommt Ende Sommer der Zugvogeltrieb zum Vorschein, wenn sich die nächste Saison ankündigt.“

Eingespieltes Team

Der Lebenspartner von TV-Lady Raphaela Stefandl fühlt sich mit seiner Kamera im Winter vor allem als Team­player. „Wir sind wirklich eine eingespielte Mannschaft, in der jeder genau weiß, was er zu tun hat. Wir harmonieren perfekt. Das ist ein riesiger Vorteil.“ Seit geraumer Zeit versucht er, einen Nachfolger aufzubauen. „Ich bin draufgekommen, dass das gar nicht so einfach.“ Zum Vollprofi und Teamplayer bei Großereignissen reifte Roschanek bei mittlerweile neun Ski-Weltmeisterschaften und drei Olympischen Spielen.

Nach der WM in St. Moritz ist die Verschnaufpause des Vaters von drei erwachsenen Kindern nur kurz. Bald geht es danach mit dem Ski-Weltcuptross noch einmal rund um die ganze Welt, ehe die skilose Zeit Mitte März auch für ihn beginnt.

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