„Diese Medaille überstrahlt alles“

Für Michaela Kirchgasser glänzte Bronze wie Gold. Die 31-jährige Salzburgerin gewann in St. Moritz ihre dritte WM-Einzelmedaille.  Foto: apa

Für Michaela Kirchgasser glänzte Bronze wie Gold. Die 31-jährige Salzburgerin gewann in St. Moritz ihre dritte WM-Einzelmedaille. Foto: apa

Bronze für Kirchgasser in der WM-Kombination. Doppelsieg für die Schweiz.

St. Moritz. Michaela Kirchgasser hat es wieder geschafft. Die Salzburgerin holte nach Bronze vor zwei Jahren erneut den dritten Platz in der Alpinen Kombination bei einer Weltmeisterschaft. Die Goldmedaille ging in St. Moritz an Wendy Holdener und damit an den Gastgeber, Silber gewann deren Teamkollegin Michelle Gisin.

„Diese Medaille wiegt schwerer als alle anderen!“ Schon vor dem Auftakt in ihre letzte WM hatte Michaela Kirchgasser klargemacht, dass aufgrund ihrer Gesundheitsprobleme WM-Edelmetall in St. Moritz alles toppen würde. Die dreifache Team-Weltmeisterin holte mit Kombi-Bronze auch ihre dritte Einzelmedaille. Einziger Wermutstropfen: Wegen der Knieprobleme „wackelt“ ihr Start im Teambewerb. Kirchgasser ist dort mit drei Goldenen und einer Silbermedaille die erfolgreichste Starterin überhaupt und gilt als „Miss Teambewerb“. „Ich weiß es wirklich nicht. Ich habe ihn noch gar nicht trainiert. Meine Zwickmühle ist: Wenn ich dort starte, kann es sein, dass ich dann eventuell nicht im Riesentorlauf oder Slalom fahren kann“, erklärte die Salzburgerin ihr Dilemma. „Das wird eine sehr schwere Entscheidung, weil mit der Bewerb sehr viel wert ist.“

Massive Knieprobleme

Vorerst überwog aber die Freude über Kombi-Bronze und die Slalom-Bestzeit. „Jetzt habe ich weniger Druck. Ich habe meine Medaille gemacht und kann jetzt cooler drauflos fahren und um eine Spur mehr riskieren. Ich bin jetzt gefährlich“, sagte Kirchgasser lachend.

Kirchgasser ist mit ihren 31 Jahren und 16 Weltcup-Saisonen die „Mutter der Kompanie“ im jungen ÖSV-Damenteam. Allerdings schlägt sich die stets fröhliche und sehr offene Leitfigur seit Jahren mit massiven Knieproblemen herum. Vergangenen Jänner etwa war es so schlimm, dass sie auf den Heimslalom in Flachau verzichten musste. „Es ist kein Spitzensportprädikat, wenn dein Knie explodiert.“ Es sei ein Moment gewesen, an dem sie daran gedacht hatte, alles hinzuschmeißen, erzählte Kirchgasser nun auch in St. Moritz. Dies hatte sie unter anderem auch mit Ehemann Sebastian und Teamkollegin Anna Veith diskutiert. „Sie haben alle gesagt, dass es legitim ist, wenn ich so denke.“ Es habe viele in der Öffentlichkeit nicht bekannte Vorfälle gegeben. „Man muss ja nicht alles breittreten“, so Kirchgasser. „Wenn man am Start steht, hat man hundert Prozent zu geben. Es sind viele da oben, bei denen es zwickt.“

Die WM sei damals jedenfalls echt in Gefahr gewesen. „Aber es wäre unfair gegenüber allen meinen Betreuern gewesen, die sich den Hintern aufreißen. Ich bin also froh, diese weise Entscheidung getroffen haben“, erzählte die Rennläuferin.

Es war vielleicht meine letzte WM-Medaille.

michaela kirchgasser
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