Neunter im Schatten von Zimmerkollege Hammerer

von Otto Schwald
Josef Fröwis feierte mit 21 sein Debüt im Schützennationalteam.
Josef Fröwis feierte mit 21 sein Debüt im Schützennationalteam.

Josef Fröwis verfehlte 1960 in Rom als Neunter um fünf Ringe die Bronzemedaille.

Schwarzach. Mit 23 Jahren war Josef Fröwis einer der jüngsten Athleten im österreichischen Olympiateam 1960. Der Frastanzer, der sich schon 1954 der Schützengilde seiner Heimatgmeinde anschloss und dort seit 2000 Ehrenmitglied ist, bestritt in Rom bereits sein zweites Großereignis. Schon 1957 war Fröwis Mitglied der österreichischen Nationalmannschaft und nahm bereits ein Jahr später an der WM in Moskau teil. Mit seinem 6. Rang in der KK-Stehend-Konkurrenz hatte der Walgauer erstmals für Schlagzeilen gesorgt und lag mit seiner Punktezahl von 366 Ringen lange in den Top Ten der Weltrangliste.

Mit starken Leistungen im Vorfeld der Spiele 1960 konnte sich Fröwis souverän für die Kleinkaliber-Konkurrenz qualifizieren. Er reiste durchaus mit Außenseiterchancen nach Rom, wo er Zimmerkollege von Hubert Hammerer war, und bestätigte diese Rolle dann zumindest in Teilen des olympischen Wettbewerbs.

Kurzfristig auf Medaillenkurs

Am Beginn des Dreistellung-Wettkampfs lief es für Fröwis zunächst nicht nach Wunsch, und er und lag nach dem Liegend-Bewerb mit 389 Ringen nur an 20. Stelle. Besser lief es in der Kniend-Konkurrenz, wo er sich nach einer ausgeglichenen Serie (381 Ringe) bereits nach vorne arbeiten konnte. Den finalen Durchgang im Stehendschießen begann der 23-Jährige mit einer 96-er-Serie und war damit Bester des gesamten Starterfeldes.

Insgeheim durfte Fröwis zu diesem Zeitpunkt sogar mit einer Medaille liebäugeln, doch diese Träume platzten in der nächsten Serie, in der er nur 86 Ringe erreichte. Mit 364 war er immerhin Siebter in dieser Disziplin und hatte letztlich als Neunter der Gesamtwertung mit 1134 Punkten nur fünf Zähler Rückstand auf den Bronzerang, den sich der Deutsche Klaus Zähringer sicherte – die beiden Sowjets Schamburkin (neuer WR mit 1149 Punkten) und Nijazow (1145) waren außer Reichweite.

Bei seinem zweiten Olympiaeinsatz in Rom verpasste er mit 378 Ringen den Finaleinzug im Englishmatch um zwei Ringe und verzeichnete Rang 57.

EM-Dritter 1963 im Team

Nachdem Fröwis bei der EM 1963 mit dem Team als Dritter doch noch die ersehnte Medaille holte, hoffte er 1964 auf einen zweiten Olympia-Einsatz. Trotz Qualifikation wurde er aber schließlich nicht für Tokio nominiert. Die Enttäuschung darüber und die beruflichen Verpflichtungen im familieneigenen Waffengeschäft waren letztlich dafür verantwortlich, dass Fröwis bereits mit 27 Jahren seine sportliche Laufbahn beendete.

Zur Person

Josef Fröwis

Größter Erfolg des Ehrenmitglieds der Schützengilde Frastanz war EM-Bronze 1963 in Kleinkaliber-Stehend-Team.

Geboren: 17. März 1937 in Feldkirch

Erfolge: Olympische Spiele: 1960: 9. Kleinkaliber-Dreistellung (3x40); WM 1958: 25. Schnellfeuergewehr Dreistellung, 28. Kleinkaliber 3x40 (6. Stehend, 30. Liegend, 78. Kniend), 45. Freies Gewehr 3x40, 50. Kleinkaliber Englishmatch; 1962: Teilnehmer 3x40 und Englishmatch; EM, 1959: 24. KK-Liegend (7. Team), 38. Kleinkaliber 3x40 (10. Team), 54. Kleinkaliber Liegend (14. Team), 58. Kleinkaliber Kniend (12. Team); 1963: 12. Kleinkaliber Stehend (3. Team), 16. Standardgewehr, 20. Kleinkaliber 3x40, 23. Freies Gewehr 3x40, 25. Kleinkaliber Kniend (6. Team), 36. Kleinkaliber Liegend; Junioren-EM: 1957: 13. Kleinkaliber Dreistellung, 14. Kleinkaliber Englishmatch; 20-facher Staatsmeister zwischen 1957 und 1964

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