Wieder ein Umsturz beim Giro

Gianluca Brambilla hat als Giro-Leader ausgedient, Kollege Bob Jungels (l.) übernahm das Rosa Trikot.
Gianluca Brambilla hat als Giro-Leader ausgedient, Kollege Bob Jungels (l.) übernahm das Rosa Trikot.

Jungels übernahm von Brambilla Rosa, die Etappe ging solo an Ciccone.

Sestola. Die zweite Bergankunft des 99. Giro d’Italia hat am Dienstag erneut einen Führungswechsel gebracht. Der Luxemburger Bob Jungels übernahm nach den 219 km von Campi Bisenzio über vier Bergwertungen nach Sestola das Rosa Trikot. Neoprofi Giulio Ciccone schloss eine Flucht solo erfolgreich ab, die Österreicher Georg Preidler und Riccardo Zoidl fielen hingegen aus der Spitzengruppe zurück.

Rosa bleibt im Etixx-Team

Der bisherige Gesamt-Zweite Jungels erreichte das Ziel nach dem 7,4 km langen Schlussanstieg mit der Gruppe der Anwärter auf den Gesamtsieg als 15. (+2:15 Minuten) und übernahm die Spitzenposition von seinem Etixx-Teamkollegen Gianluca Brambilla.

Der Italiener war drei Kilometer vor dem Ziel zurückgefallen, nachdem er Helferdienste für den besseren Bergfahrer Jungels geleistet hatte. „Was Gianluca getan hat, ist unglaublich“, sagte der neue Leader. Er ist bei dieser Italien-Rundfahrt bereits der dritte Fahrer der belgischen Etixx-Mannschaft im Rosa Trikot. Der 23-jährige Jungels führt nun 26 Sekunden vor Audrey Amador aus Costa Rica (Tages-6./+2:10) – er ist der erste Luxemburger seit 57 Jahren im Rosa Trikot. Charly Gaul hatte den Giro 1959 gewonnen.

Ciccone nützte einen Zwischenfall in der letzten Abfahrt zur Vorentscheidung. Sein Bardiani-Teamkollege Stefano Pirazzi verbremste sich offenbar vor einer Kurve und drückte den ebenfalls dem Spitzentrio angehörenden Damiano Cunego zur Seite. Der 21-jährige Ciccone absolvierte die Schlusssteigung mit Bravour und durfte gleich in seinem ersten Giro jubeln.

In der ursprünglich 13-köpfigen Spitzengruppe befanden sich auch die Österreicher Preidler und Zoidl. Der Steirer Preidler zog nach dem Gewinn der zweiten Sprintwertung durch und setzte sich in der folgenden Abfahrt ab.

Preidler verpasste Bergtrikot

Der Vorsprung des Giant-Profis von knapp 30 Sekunden schmolz aber im schwierigsten, 16,3 km langen Anstieg des Tages auf den Pian de Falco. 1,7 km vor der Bergwertung wurde Preidler eingeholt. Er vermochte das Tempo des Spitzentrios nicht zu halten und vergab damit auch die Chance auf die Übernahme des Bergtrikots. Matthias Brändle kam mit 37:55 Rücksand als 182. ins Ziel.

Rad

99. Giro d‘Italia

10. Etappe Campi Bisenzio – Sestola/219 km

1. Giulio Ciccone (ITA) Bardiani 5:44:32 Std.

2. Iwan Rownij (RUS) Tinkoff + 0:42 Min.

3. Darwin Atapuma (COL) BMC + 1:20

4. Nathan Brown (USA) Cannondale + 1:53

5. Damiano Cunego (ITA) Nippo + 2:04

6. Andrey Amador (CRC) Movistar + 2:10

7. Giovannoi Visconti (ITA) Movistar + 2:11

8. Alejandro Valverde (ESP) Movistar

9. Esteban Chaves (COL) Orica

10. Jakob Fuglsang (DEN) Astana alle gleiche Zeit

11. Rafal Majka (POL) Tinkoff + 2:15

12. Steven Kriujswijk (NED) LottoNL

14. Vincenzo Nibali (ITA) Astana

15. Bob Jungels (LUX) Etixx gleiche Zeit

29. Georg Preidler (AUT) Giant + 2:57

31. Riccardo Zoidl (AUT) Trek + 3:27

32. Gianluca Brambilla (ITA) Etixx + 3:27

101. Stefan Denifl (AUT) IAM + 27:33

182. Matthias Brändle (AUT) IAM + 37:35

Aufgegeben u.a.: Mikel Landa (ESP) Sky

Nicht gestartet u.a.: Fabian Cancellara (SUI) Trek

Gesamtwertung

1. Bob Jungels (LUX) Etixx 40:19:52 Std.

2. Andrey Amador (CRC) Movistar + 0:26

3. Alejandro Valverde (ESP) Movistar + 0:50

4. Steven Kriujswijk (NED) LottoNL + 0:50

5. Vincenzo Nibali (ITA) Astana + 0:52

6. Gianluca Brambilla (ITA) Etixx + 1:11

7. Rafal Majka (POL) Tinkoff + 1:44

37. Georg Preidler (AUT) Giant + 17:31

57. Riccardo Zoidl (AUT) Trek + 35:58

60. Giulio Ciccone (ITA) Bardiani + 42:23

131. Stefan Denifl (AUT) IAM + 1:15:34

181. Matthias Brändle (AUT) IAM + 1:51:41

Heute Modena – Asolo (227 km)

19. Mai: 12. Etappe: Noale – Bibione (182 km)

20. Mai: 13. Etappe: Palmanova – Cividale del Friuli (170 km)

21. Mai: 14. Etappe: Alpago – Corvara (210 km)

22. Mai: 15. Etappe: Bergzeitfahren, Kastelruth – Seiseralm (10,8 km)

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