„Ins Finale wird kommen, wer es sich auch verdient“

Titelverteidiger Hard am Montag zu Hause unter Zugzwang im zweiten Halbfinalduell gegen Bregenz.

Hard. (VN-jd) Markus Burger ist weit davon entfernt, die weiße Flagge zu hissen und das Unternehmen fünfter Meistertitel in Serie abzuhaken. Die angeschlagenen Roten Teufel vom Bodensee wollen gegen Erzrivale Bregenz mit einem Sieg vor den eigenen Fans am Montag (18.10 Uhr) in der Halbfinalserie der Handball-Liga Austria gleichziehen und ein drittes Spiel erzwingen. „Wir sind bei der 26:32-Niederlage in Bregenz an unseren eigenen Unpässlichkeiten gescheitert. Nach einem Duell auf Augenhöhe in den ersten 40 Minuten haben wir nach drei individuellen Fehlern total den Faden verloren und sind blindlings dem Gegner ins offene Messer gelaufen.

Klare Worte von Burger

Mehr als nur enttäuschend für den zum Saisonende den Verein verlassenden Trainer war auch die Körpersprache einiger Leistungsträger. „Es kann nicht sein, dass sich Schlüsselspieler wie Doknic oder Schlinger in der hektischen Phase hängen lassen und sich weitere von deren phlegmatischen Einstellung anstecken lassen. So etwas ist absolut indiskutabel und es ist höchste Zeit, etwas zu zeigen“, betont der 51-jährige Burger.

Der Schlüssel zum Erfolg, im sechsten Saisonduell den zweiten Sieg einzufahren, ist für Burger eine deutliche Leistungssteigerung in Abwehr und Angriff: „Ich hoffe, die Spieler haben endlich begriffen, dass ihr Kuschelkurs absolut fehl am Platz ist und sie zeigen, dass sie richtige Männer und keine ,Weicheier‘ sind. Wir müssen mit einer ähnlichen Bereitschaft, wie sie Bregenz nach der Pause gezeigt hat, zu Werke gehen und selbst mit dem Wissen, dass es weh tun könnten, in die Schnittstellen gehen. Wir haben noch alle Trümpfe selbst in der Hand und müssen an die Chance glauben und bereit sein, alles zu geben. Ins Finale wird jene Mannschaft einziehen, die es sich auf dem Parkett verdient – und Geschenke von Bregenz wird es sicher keine geben. Wenn wir alles geben und es am Ende nicht reichen sollte, habe ich kein Problem. Kein Verständnis habe ich aber, wenn man sich so wie im Hinspiel hängen lässt.“

Sind noch nicht am Ziel

Im Gegensatz zu Burger sah sich Bregenz-Coach Robert Hedin noch einmal das Video des 32:26-Heimsieges an und attestierte seiner Mannschaft eine starke Leistung: „Wir waren von Beginn an fokussiert, haben uns auch durch Fehler nicht aus dem Konzept bringen lassen und sind meiner Meinung nach verdient als Sieger vom Parkett gegangen.“ Gleichzeitig mahnte der 50-jährige Schwede aber davor, sich bereits auf der sicheren Seite zu wiegen: „Wir haben zwar den ersten Schritt in Richtung Finale gemacht, haben aber unser Ziel noch nicht erreicht. Hard wird noch einmal alle Kräfte in die Waagschale werfen, damit ihr Meisterabo nach vier Titeln in Folge nicht abläuft.“

Im Prinzip sieht Hedin keine Veranlassung, das bisherige Erfolgsrezept zu ändern: „Wir haben uns akribisch auf den Gegner eingestellt. Mit der Manndeckung zu Beginn auf Tobi (Anm. Spielmacher Warvne) habe ich gerechnet. Aus diesem Grund haben wir im Training auch mögliche Lösungsvarianten simuliert. Wichtig wird sein, mit dem in der K.-o.-Runde stetig steigenden Druck richtig umzugehen. Ich denke, es wird von der ersten Sekunde an ein Kampf auf Biegen und Brechen, bei dem es sicher auch zu einigen Härteeinlagen kommen wird. Wenn wir die richtige Dosierung finden und unser Spiel durchziehen, werden wir das Finalticket lösen.“

Die Spieler können jetzt zeigen, dass sie richtige Männer und keine ,Weicheier‘ sind.

Markus Burger

Handball

Handball-Liga Austria der Männer 2015/16 Internet: www.sis-handball.at

Halbfinale (Best of three), 2. Spiel

Alpla HC Hard (3.) – Bregenz Handball (2.) Montag, 18.10 Uhr

Sporthalle am See, SR noch nicht eingeteilt

3. Spiel (falls nötig): Bregenz Handball – Alpla HC Hard Freitag, 20. 5., 18.30 Uhr

1. Spiel

Bregenz Handball – Alpla HC Hard 32:26 (14:16)

Handballarena Rieden, SR Hurich/Bolic

Zweiminutenstrafen: 5 bzw. 3; Rote Karte: 24. Bammer (Bregenz, 3x2)

Torfolge: 8. 4:1, 12. 7:6, 15. 9:6, 26. 12:12, 28. 12:14, 32. 16:16, 34. 16:18, 38. 19:20,
44. 24:20, 46. 26:21, 48. 27:21, 54. 29:22, 56. 30:24, 57. 31:25

Bregenz Handball: Aleksic, Häusle; Mayer (2), Hedin (2), Frühstück (5), Burger, Beljanski (3), Rauch, Klopcic (2), Bammer (2), Schnabl, Esegovic (9/2), Wassel (2), Warvne (6)

Alpla HC Hard: Doknic, Jochum; Schmid (5), Raschle (1), Wüstner, Tanaskovic (4), Klötzle (1), Schlinger (2), Knauth (3), Dicker, Herburger (2), Weber (3), Zeiner (4/2), Dudas (1)

HC Fivers WAT Margareten (1.) – UHK Krems (4.) 37:34 n. V. (33:32, 29:29, 13:13)

Tore HC Fivers WAT Margareten: Ziura (9), Bilyk (7/1), Brandfellner (5), Aljetic (4), Martinovic, Wöss, Jonas, Kolar, Schweiger (je 2), Nikolic (1)

Tore UHK Krems: Schopf (9/3), Mitkov (8), Surac (5), Visy, Feichtinger (je 3), Tomann,
Simek (je 2)

2. Spiel: UHK Krems – HC Fivers WAT Margareten Montag, 20.15 Uhr

3. Spiel (falls nötig): HC Fivers WAT Margareten – UHK Krems Freitag, 20. 5., 20.30 Uhr

Finale (Best of three): Dienstag, 24. 5., 20.20 Uhr, Freitag, 27. 5., 18.10 Uhr

und falls nötig Montag, 30. 5., 20.20 Uhr

Erklärung: Heimvorteil in der Finalserie im ersten bzw. möglichen dritten Spiel hat das besser klassierten Team in der Endtabelle des Oberen Play-off.

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