VN-Interview. Damir Canadi (46), Cashpoint SCR Altach

„Will mit Altach Meister werden“

Altach-Trainer Damir Canadi spricht von einer sehr schweren Saison, die der Verein gemeinsam großartig bewältigt hat.
Altach-Trainer Damir Canadi spricht von einer sehr schweren Saison, die der Verein gemeinsam großartig bewältigt hat.

Damir Canadi über den geschafften Klassen­erhalt und mutige Visionen.

Wien. „Aus dem Alter bin ich heraus.“ Altach-Trainer Damir Canadi ging nach dem geschafften Klassenerhalt nicht groß auf Party. Er ließ den Abend gemütlich im VIP-Klub des Ernst-Happel-Stadions ausklingen – mit seinen Freunden aus Wien 22. Den VN erklärte er, wa­rum er sehr stolz ist, wie sein Team die schwierige Saison gemeistert hat, und dass er sich nicht scheut, auch ein ganz großes Ziel ins Visier zu nehmen. Dass er damit auch polarisiert, nimmt er bewusst in Kauf.

Wie zufrieden sind Sie mit dem Auftritt bei Rapid?

Canadi: Allem übergeordnet ist unser Ligaverbleib. Ich denke, die Mannschaft hat alles mit einer guten Mentalität, Siegeswillen und Disziplin umgesetzt. Wir hätten in der Halbzeit klarer führen müssen. Dann hätten wir vielleicht die drei Punkte mitgenommen. So hat Rapid in der zweiten Hälfte extrem Druck gemacht. Wir haben uns zu weit nach hinten drängen lassen. Sie haben dann verdient den Ausgleich erzielt.

Kobras hat eine tolle Partie gemacht. War es in dieser schweren Saison Goldes wert, dass Altach mit zwei so starken Goalies gesegnet ist?

Canadi: Das hat nichts mit gesegnet zu tun. Es war immer mein Wunsch, zwei gute Torhüter zu haben. Die meisten besetzen den zweiten Platz mit einem Jungen, wo man glaubt, der wird sich schon irgendwie entwickeln. Für Altach ist es extrem wichtig, in der Kaderplanung solche Dinge zu entscheiden.

Hat Altach das stärkste Tormannduo der Liga?

Canadi: Das müssen andere beurteilen. Wir haben auf jeden Fall zwei sehr gute Torhüter. Ich bin froh, dass ich sie habe.

Wie ist ihre Saisonbilanz?

Canadi: Wir haben unglaublich viel erlebt, sind alle gereift. Der Verein, die Spieler.

Auf was sind Sie am meisten stolz?

Canadi: Dass wir die Herausforderung gemeistert haben. Eine Saison mit so vielen Verletzungen überleben nicht viele Vereine. Das war ja eine Riesenprüfung. Nach dem Europacupspiel in Belenenses sind wir Samstag früh zum WAC geflogen. Da haben sich mit einem Schlag sechs Spieler abgemeldet! Wir haben trotzdem 2:0 gewonnen. Natürlich waren die vielen Ausfälle in der Saison ein Faktor. Einmal spielt Ortiz, dann wieder nicht. Dasselbe bei Aigner, Netzer, Mahop . . . ­
Wir mussten ständig neue Spieler einbauen. Dass dann die Laufwege nicht ganz optimal sind, ist klar. Ich traue mir zu sagen: Weil der SCR Altach diese Flexibilität hatte, haben wir das große Ziel, in der Liga zu bleiben, geschafft.

Wie viele Jahre sind Sie in diese Saison gealtert?

Canadi: Gar nicht. Man sieht es eh: Ich bin ganz frisch beieinander. Aber ich bin ja auch schon sehr lange im Geschäft.

Ist es schwer, in solchen Phasen positiv zu bleiben? Fährt man da nicht oft einmal sehr hart dazwischen?

Canadi: Das ist kein Problem. Das gehört dazu. Wenn wir uns kritisiert haben, dann intern. Das spricht auch für das Team. Man hat gegen Rapid gesehen, wie die Mannschaft von ihrer eigenen Qualität überzeugt ist.

Mit wie viel Emotion gehen Sie in so ein Match? Sind Sie sehr energisch oder bewusst eher ruhig?

Canadi: Das zu beantworten ist immer schwierig. Ich entscheide das eher aus dem Bauch heraus.

Wo kann man Altach nächste Saison erwarten?

Canadi: Das kann ich erst sagen, wenn ich weiß, welche Neuzugänge kommen. Aus meiner Gier heraus muss ich sagen: Ich will immer Meister werden. Mein Traum ist Meister zu werden, auch mit dem SCR Altach.

Meinen Sie das ernst?

Canadi: Das meine ich ernst. Warum nicht? Alle fangen bei null an. Wer meine Karriere verfolgt, weiß, die Gier ist bei mir immer da. Ob es dann so klappt, weiß ich nicht.

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