Der schmale Grat zwischen Wunsch und Realität

Bregenz-Leistungsträger Tobias Warvne steht im vorläufigen 28-Mann-Kader von Schweden für die Olympischen Sommerspiele 2016 in Rio.
Bregenz-Leistungsträger Tobias Warvne steht im vorläufigen 28-Mann-Kader von Schweden für die Olympischen Sommerspiele 2016 in Rio.

Spiel eins im Handball-Klassiker um den Final­einzug steigt heute (19 Uhr) in Bregenz.

Bregenz. (VN-jd) Rekordtitelträger Bregenz gegen Serienmeister Alpla HC Hard: Vorarlbergs Handballfans dürfen sich in den nächsten acht Tagen im besten Fall auf drei spannende und emotionsgeladene Vergleiche um den Startplatz für die am 24. Mai beginnende Finalserie der Handball-Liga Austria (HLA) freuen. Wie eigentlich immer will auch vor dem 79. Ländle-Derby keine der Mannschaften die Favoritenrolle für sich beanspruchen. Bregenz-Feldherr Robert Hedin: „Natürlich könnte man sagen, dass wir wegen des Heimvorteils vielleicht etwas mehr unter Zugzwang stehen. Doch ich lasse mich von solchen Thesen und den damit verbundenen Zahlenspielen nicht beeindrucken. Dazu bin ich zu lange im Geschäft und kenne alle Facetten dieses verbalen Schlagabtausches im Vorfeld solcher Partien – sowohl als Aktiver als auch als Trainer. In meiner Zeit als schwedischer Nationalspieler waren es die Duelle gegen Island oder Dänemark, und jetzt ist es eben Bregenz gegen Hard. Fakt ist, dass immer beide Teams gewinnen wollen und die Entscheidung zwischen Wunsch und Realität auf dem Parkett fällt“, betont der 50-Jährige.

Lie Hansen fehlt, Mayer fraglich

Die Tatsache, dass sein Team in dieser Saison drei der vier direkten Vergleiche für sich entschieden hat und zu Hause mit dem 36:30-Sieg im September bzw. dem 23:22-Erfolg am 12. März zu Beginn des Play-off-Durchgangs noch eine weiße Weste aufweist, ist für Hedin lediglich ein kleiner psychologischer Vorteil: „Letzte Saison haben wir vor der Finalserie alle vier Duelle gewonnen und dann beide K.-o.-Duelle verloren. Wir kennen die Stärken und Schwächen des Gegners, und unser Ziel ist es, mit einem Heimsieg vorzulegen. Wir haben uns bestmöglich vorbereitet, sind topmotiviert, und unser Ziel ist der Finaleinzug. Im Prinzip ist es egal, ob dies in zwei oder drei Spielen gelingt – wichtig ist nur, dass wir es schaffen.“

Aus personeller Sicht sind wie schon zuletzt die Improvisationskünste des Bregenz-Trainers gefragt: Laut Aussage von Hedin soll die Ellbogenverletzung von Espen Lie Hansen so schwerwiegend sein, dass sich der Norweger in den nächsten Tagen einem operativen Eingriff unterziehen muss und vor seinem Wechsel am Saisonende nach Dänemark nicht mehr das gelb-schwarze Trikot der Festspielstädter überstreifen wird. Zusätzlich steht hinter dem Einsatz von Kapitän Lucas Mayer ein Fragezeichen: Der Linkshänder, der vor wenigen Tagen nach seinem Kreuzbandriss sein Comeback feierte, laboriert an einer Rückenverletzung. Über den Einsatz soll vor Spielbeginn entschieden werden.

„Will jedes Spiel gewinnen“

Aufseiten der Roten Teufel vom Bodensee zeigt sich Coach Markus Burger vor seinem x-ten Derby gewohnt kämpferisch: „Natürlich wäre es nicht richtig, würde man in diesem Fall von einer ‚normalen‘ Partie reden. Doch mir ist egal, ob der Gegner Bregenz oder Leoben heißt: Mein Ziel ist es, jedes Spiel zu gewinnen“, betont der 51-Jährige.

Der Umstand, dass per Saisonende nach sechs HLA-Perioden mit vier Meistertiteln auf Wunsch des Vereines die Zusammenarbeit nicht verlängert wird, hat für Burger im Moment nebensächliche Bedeutung: „Meine Mission beim Alpla HC Hard ist noch nicht beendet. Bis Juni bin ich Trainer und werde wie in den Saisonen zuvor alles dafür tun, damit wir am Ende den maximalen Erfolg einfahren. Dies bin ich mir selbst, aber auch den Spielern schuldig.“

In seinem 27. Derby als Harder Trainer (13 Siege, drei Remis, zehn Niederlagen) gegen seinen Stammverein muss Burger mit Derby-Goalgetter Boris Zivkovic (19 Tore in dieser Saison gegen Bregenz) wegen eines Kreuzbandrisses einen wichtigen Akteur vorgeben. „Der Ausfall von ‚Bobo‘ ist bitter und schwer zu kompensieren. Doch die Jungs haben versprochen, sich für ihn ins Zeug zu legen. Wir sind bereit, alles zu geben, um die Chance auf den fünften Titel in Serie zu wahren“, so Burger.

Gute Erinnerungen

Übrigens: Neben den beiden Finalduellen 2009 und 2015 gab es bereits ein HLA-Halbfinalduell zwischen den beiden Ländle-Hochburgen: In der Saison 2005/06, damals im Europacupmodus (Hin- und Rückspiel) setzte sich Bregenz auswärts mit 30:22 durch, erreichte zu Hause ein 31:31 und sicherte sich im Anschluss mit dem Finalsieg gegen die Fivers den fünften HLA-Titel. Bregenz-Spielertrainer war damals Dagur Sigurdsson und Markus Burger sein Assistent. Geht es nach Letzterem, soll sich seine persönliche Erfolgsstatistik in K.-o.-Duellen fortsetzen.

Handball

Handball-Liga Austria der Männer 2015/16 Internet: www.sis-handball.at

Halbfinale (Best of three), 1. Spiel

Bregenz Handball (2.) – Alpla HC Hard (3.) Donnerstag, 19 Uhr

Handballarena Rieden, SR noch nicht bekannt gegeben

2. Spiel: Alpla HC Hard – Bregenz Handball Montag,16. 5., 18.10 Uhr

3. Spiel (falls nötig): Bregenz Handball – Alpla HC Hard Freitag, 20. 5., 18.30 Uhr

HC Fivers WAT Margareten (1.) – UHK Krems (4.) Freitag, 20 Uhr

2. Spiel: UHK Krems – HC Fivers WAT Margareten Montag,16. 5., 20.15 Uhr

3. Spiel (falls nötig): HC Fivers WAT Margareten – UHK Krems Freitag, 20. 5., 20.30 Uhr

Finale (Best of three): Dienstag, 24. 5., 20.20 Uhr

Freitag, 27. 5., 18.10 Uhr

und falls nötig Montag, 30. 5., 20.20 Uhr

Erklärung: Heimvorteil in der Finalserie im ersten bzw. möglichen dritten Spiel hat das in der Endtabelle des Oberen Play-off besser klassierten Team.

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