Tagebuch. Matthias Brändle vom Giro d’Italia

Der Auftakt war eine Achterbahn der Gefühle

Matthias Brändle
Matthias Brändle

apeldoorn. Die letzten Tage habe ich mich sehr auf den Giro-d’Italia-Auftakt gefreut – darauf, mich mit den Weltbesten in meiner Paradedisziplin, dem Einzelzeitfahren, zu messen. Ich hatte mir sehr viel vorgenommen, habe vom Rosa Trikot geträumt und wollte um den Sieg mitfahren. Den ganzen Winter über hat mich dieses Ziel motiviert, mich beim Training begleitet. Natürlich habe ich gewusst, dass ich dafür einen super Tag benötige. Im Kampf mit der Weltspitze muss man Weltklasse-Leistungen zeigen. Diesen sehr guten Tag hatte ich aber wohl schon beim Abschlusstraining am letzten Sonntag, denn da lief es hervorragend, wie meine Wattwerte bewiesen hatten.

Als ich meine Zeit von 11:17 Minuten im Ziel in Apeldoorn gesehen hatte, wusste ich nicht, ob ich mich freuen sollte oder nicht. Denn mir war klar, dass die Siegerzeit nach Berechnungen etwa elf Minuten betragen würde. Als der Erste, Thomas Ludvikkson, kurz darauf meine Zeit unterboten hat, wusste ich, es war nicht genug. Natürlich war ich zuerst enttäuscht, aber man kann nicht täglich Bestzeiten aus dem Ärmel schütteln. Dennoch war ich von den Schnellsten nicht so weit entfernt. Die Analyse meiner Wattaufzeichnungen hat ergeben, dass ich zwischen Kilometer vier und sieben etwas langsamer gefahren bin. Da habe ich Zeit liegen lassen, davor und danach war ich absolut im Plan.

Ich bin etwas zu schnell gestartet. Aber der Giro ist damit noch nicht vorbei, im Gegenteil, jetzt fängt es erst richtig an. Ich will noch etwas zeigen und habe einige Etappen in der kommenden Woche ins Visier genommen. Ich hoffe, dass ich es in die richtige Fluchtgruppe schaffe.

Meine Vorbereitung auf diese dreiwöchige Rundfahrt ist sehr gut verlaufen. Die Form stimmt, und irgendwann wird es aufgehen.Die Stimmung hier in den Niederlanden ist überwältigend. Die imposante Teampräsentation vor so vielen Radsportfans hat Gänsehautfeeling verursacht. Und die Fahrt über den rosa Teppich auf die Bühne war ein eindrückliches Erlebnis. Ich will die schönen Emotionen mit in die nächsten, sicherlich herausfordernden Tage mitnehmen. Unsere IAM-Mannschaft ist motiviert und will in den kommenden drei Wochen das eine oder andere Mal aufzeigen.

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