Nur der Monschein strahlte

Scharfschütze Christoph Monschein (M.) mit Thomas Ebner und Markus Wostry (r.).
Scharfschütze Christoph Monschein (M.) mit Thomas Ebner und Markus Wostry (r.).

Admiras Joker und ein nicht geahndetes Elfer-Foul zogen Altach den letzten Nerv.

Maria Enzersdorf. Um 20 Uhr verschwand die Sonne über der Südstadt, für einen gingen am Samstag aber bereits um 18.37 Uhr die Lichter aus: Hannes Aigner. Der Altach-Fighter wurde von Admira-Keeper Siebenhandl in Kung-Fu-Manier ausgeknockt, bekam dessen Knie ins Gesicht. Schiedsrichter Kolleggers Pfeife blieb in Spielminute sieben unerklärlicherweise trotzdem stumm. Kein Elfmeter, keine Rote Karte – und kein Tor, denn Admiras Maranda kratzte Aigners Kopfball von der Linie. Zu allem Überdruss musste Altachs Torjäger vor der Pause aus dem Spiel. „Das war ein klarer Elfer. Ich war vor Jörg mit dem Kopf am Ball und dann rauscht er mich nieder. Kehlkopf und Kinn waren so geschwollen, dass ich keine Luft mehr bekam“, meinte das Kickbox-Opfer zerknirscht zur VN.

„Dass ich Aigner auch noch auswechseln musste, war die Höchststrafe. Außerdem hätte es Elfer und Rot sein müssen“, war sich Damir Canadi sicher. Es war die Schlüsselszene, die beim knappen 2:1 für die Admira bei einem Spiel, das hin und her wogte, den Ausschlag gab.

Fokus auf Lukse. Marcel Koller sah eine rassige Partie, in der Altach etwas mehr Aggressivität und die Admira etwas mehr Spielwitz an den Tag legte. Der Teamchef war wohl vor allem wegen Andreas Lukse gekommen, der bei seinem Comeback nach überstandener Bänderverletzung eine solide Leistung bot. So wahrte er seine Chancen, eventuell als dritter Schlussmann zur Europameisterschaft nach Frankreich zu fahren. Im Mittelpunkt stand an diesem Abend aber Referee Andreas Kollegger. Der übersah nicht nur das Foul an Aigner, sondern in der zweiten Hälfte auch, dass Siebenhandl bei einer Rettungsaktion gegen Louis-Clement Ngwat-Mahop den Ball außerhalb des Strafraums mit der Hand spielte. Dafür hatte Altach Glück, dass der Spielleiter Lukas Jäger nach seinem zweiten gelbwürdigen Foul in der 60. Minute nicht vom Platz stellte. Dessen Traumtor zum Ausgleich – ein Kracher aus 30 Metern ins Eck – war das Highlight aus Altacher Sicht, am Ende aber zu wenig.

Fokus auf Wolfsberg. Ernst Baumeister versuchte bei der Pressekonferenz nach dem Match zu beschwichtigen. „Man kann den Elfer vielleicht geben. Vorige Woche haben wir aber keinen bekommen. Das gleicht sich immer aus im Fußball.“ Das wollte Altachs Trainer so nicht stehen lassen. Canadi antwortete darauf sarkastisch: „Wenn sich alles wieder ausgleicht, wie Kollege Baumeister meint, dann spiele ich nächste Saison mit Altach um die Meisterschaft. Dann greifen wir Salzburg an.“ So aber heißt es noch einmal um den Klassenerhalt zittern, denn Schlusslicht Grödig fehlen nach dem Sieg über Rapid drei Runden vor Schluss nur mehr fünf Punkte auf die Vorarlberger. „Wir haben noch zwei Heimspiele. Samstag gegen den WAC. Da liegt der Fokus“, will Canadi nicht zurückschauen. Aigner: „Die Punkte könnte Grödig aufholen. Deshalb müssen wir seriös an die Sache herangehen. Wir tun gut daran, uns auf uns zu konzentrieren und nicht nach Salzburg zu schauen.“

Fokus auf Effizienz. Vor allem die Chancenverwertung muss besser werden. Gegen die Admira ließ Altach gleich vier Hochkaräter (drei Mahop, einen Harrer) aus. „Die Chancen musst du nutzen. Das haben wir uns selbst zuzuschreiben“, kannte Canadi den Hauptgrund, warum sein Team am Sonntag um 6 Uhr früh ohne Punkte im Gepäck im Ländle ankam. Ein weiterer: Die Fehler, die zu beiden Gegentoren führten. Beim 0:1 verpendelte Aigner den Ball und leitete den (zugegeben sehr sehenswerten) Konter der Südstädter ein. Beim 1:2 schlief die Abwehr. Und so war es ausgerechnet der Herr mit dem Namen Monschein, der Altach die Lichter ausknipste. Und der dann noch lange nach Schlusspfiff in den Mödlinger Nachthimmel strahlte.

Hannes Aigner musste viel, zu viel, einstecken bei der Admira: Altachs Torjäger musste schließlich noch vor der Pause verletzungsbedingt seinen Platz räumen.
Hannes Aigner musste viel, zu viel, einstecken bei der Admira: Altachs Torjäger musste schließlich noch vor der Pause verletzungsbedingt seinen Platz räumen.

Stimmen

Mein Tor war ein super Erlebnis. Leider haben wir keine Punkte mitgenommen, deshalb kann ich mir dafür nichts kaufen.

Lukas Jäger

Ein offener Schlagab-tausch, das Spiel hätte
anders ausgehen können.

Ernst Baumeister

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