Krönender Herbstabschluss

von Christian Adam
Der Strafraumbeherrscher! Wie schon im Saison-Auftaktspiel hielt Martin Kobras auch zum Auftakt des dritten Saisonviertels sein Tor rein. Foto: gepa
Der Strafraumbeherrscher! Wie schon im Saison-Auftaktspiel hielt Martin Kobras auch zum Auftakt des dritten Saisonviertels sein Tor rein. Foto: gepa

Cashpoint SCR Altach besiegt Sturm 2:0 und überwintert auf dem dritten Tabellenplatz.

Altach. „The Man of the Match“ – Martin Kobras allein war der Garant dafür, dass zum Jahresabschluss die Punkte in Altach blieben und der BL-Aufsteiger in seinem zehnten Heimspiel den sechsten Sieg feierte. Vor den Augen von ÖFB-Teamchef Marcel Koller bot der 28-Jährige in seinem 22. Bundesligaspiel eine außerordenliche Leistung. Dabei hatte der Bregenzerwälder erst kurz vor dem Spiel erfahren, dass er überhaupt in der Startelf steht. Nach seinem Patzer in Wr. Neustadt hatte Trainer Damir Canadi bereits am Dienstag mitgeteilt, dass er einen Torhüterwechsel vornehmen werde. „Es war ein sehr sachliches Gespräch. Ich habe versucht, sehr professionell damit umzugehen“, meinte der Torhüter nach dem Abpfiff in seiner bekannt ruhigen Art.

Lukse musste passen

Der Zufall spielte vor dem Anpfiff eine große Rolle. Am Freitag nämlich, als der als Nummer eins vorgesehene Andreas Lukse (27) von einem Schuss von Emanuel Schreiner mitten im Gesicht getroffen wurde, deutete noch nichts auf einen Kobras-Einsatz gegen Sturm hin. Beim Aufwärmen am Samstagvormittag aber musste Lukse, der möglicherweise ein Schleudertrauma erlitt, passen. Kobras sprang ein und blieb dann zum sechsten Mal in der Bundesliga ohne Gegentreffer. „Ich war schon ein wenig überrascht“, lautete seine ehrliche Antwort auf die Frage nach seinem Einsatz. Ergänzend meinte Kobras: „Ich habe mich gefreut und hatte keine Probleme mit der Einstellung auf die Partie.“ Und wie beurteilt er selbst seine Leistung? „Es war eine gewaltige Mannschaftsleistung. Jetzt genießen wir den Sieg und freuen uns auf die Winterpause.“

Ganz besonderes Duell

Das Duell Kobras gegen Sturm begann schon in Minute fünf, als Marco Djuricin erstmals auf den Alt­acher Schlussmann zulief. Lukas Jäger hatte sich bei einem langen Ball verschätzt, doch Kobras blieb lange stehen, und mit einem Reflex wehrte er den Schuss des Grazer Angreifers ab. In dieser Tonart ging es weiter, denn Sturm diktierte das Geschehen auf dem Spielfeld. Die Elf von Trainer Franco Foda ließ Ball und Gegner laufen, die Hausherren ihrerseits waren immer einen Schritt zu spät. So auch Jan Zwischenbrugger, als er damit erneut Djuricin eine Chance eröffnete. Der Schuss des 22-Jährigen aber wurde eine Beute von Kobras (9.). Dann versuchte es Marko Stankovic gegen die Laufrichtung, aber auch er brachte das Leder nicht an Kobras vorbei (19.). Nur eine Minute später und nach einer sehr strittigen Einwurf-Entscheidung lautete das Duell wieder Djuricin gegen Kobras. Alexander Pöllhuber hatte den Stürmer von hinten niedergerissen, SR Manuel Schüttengruber zeigte dem Altacher dafür Rot und auf den Elfmeterpunkt. Djuricin lief an, Kobras hielt (21.).

SCRA-Trainer Canadi reagierte auf die Unterzahl, zog Jäger in die Abwehr zurück und schickte Boris Prokopic für Darijo Pecirep auf das Feld. Das steirische Bestschießen aber ging weiter. Djuricin (34.) und Thorsten Schick (42.) jedoch blieben erneut erfolglos. Es sollte Ismael Tajouri vorbehalten bleiben, den Ball ins Netz zu bringen – unter dem Jubel der gut 5000 Altacher Fans. Mit einem direkt verwandelten Freistoß, seinem dritten Saisontor, schickte er die verduzten Gäste in die Halbzeitpause (45./+ 1).

Glückliches Trainerhändchen

Beide Trainer reagierten zur Pause auf die ereignisreiche erste Hälfte, wobei Canadi das glücklichere Händchen bewies. Der Wiener „rührte“ erst Beton an, brachte mit Emanuel Schreiner einen weiteren Defensivmann. Mit einer Fünferabwehrreihe und einem konzentrierten Verschiebespiel raubten die Hausherren in weiterer Folge den Gästen mehr und mehr den Nerv. Während sich die Grazer an der Altacher Mauer festliefen, feilte der Coach an der Linie derweil am nächsten Coup. Mit Ivan Kovacec brachte er eine seiner „Offensivwaffen“, und der 26-jährige Kroate sollte schließlich – per Elfmeter – für den 2:0-Endstand sorgen. Daniel Offenbacher hatte Kovacec nach einem Antritt von den Beinen geholt, und der machte es besser als Djuricin vor der Pause.

Martin Kobras in allen Gassen.
Fotos: VN/Stiplovsek (2)
Martin Kobras in allen Gassen. Fotos: VN/Stiplovsek (2)
Ismael Tajouri (vorne) gegen Thorsten Schick.
Ismael Tajouri (vorne) gegen Thorsten Schick.
Die vielleicht entscheidende Parade von Martin Kobras. Der Altach-Torhüter hälten den Elfmeter.
Die vielleicht entscheidende Parade von Martin Kobras. Der Altach-Torhüter hälten den Elfmeter.
Interessierter Zuseher in der Cashpoint-Arena: Marcel Koller.
Interessierter Zuseher in der Cashpoint-Arena: Marcel Koller.
Die Siegerfaust von Martin Kobras.
Fotos: gepa3
Die Siegerfaust von Martin Kobras. Fotos: gepa3

Eigentlich bin ich ja überhaupt kein Elfmeterkiller.

Martin Kobras

Fußball – tipico Bundesliga 2014/15

19. Spieltag

Cashpoint SCR Altach – SK Sturm Graz 2:0 (1:0)

Cashpoint Arena, 5134 Zuschauer, SR Schüttengruber (Oö)

Torfolge: 45./+ 1 1:0 Tajouri, 90. 2:0 Kovacec

Gelbe Karten: 22. Hadzic (Sturm/SR-Kritik), 28. Ehrenreich (Sturm), 57. Roth (Altach/jeweils Foulspiel)

Rote Karte: 20. Alexander Pöllhuber (Altach/Torraub)

Besonderes Vorkommnis: Djuricin (Sturm) scheitert mit einem Foulelfmeter an Altach-Keeper Kobras (21.).

Cashpoint SCR Altach (4-4-2): Kobras/1; Lienhart/3, Alexander Pöllhuber/0, Zwischenbrugger/3, Gercaliu/3; Ngwat-Mahop/4 (57. Kovacec/2), Roth/3, Jäger/3, Tajouri/2; Pecirep/0 (23. Prokopic/3), Aigner /4 (46. Schreiner/3)

SK Sturm Graz (4-2-3-1): Gratzei/3; Ehrenreich/3 (73. Schloffer/0), Madl/3, Barbaric/3, Klem/3; Hadzic/4 (46. Gruber/4), Piesinger/3; Schick/4, Marko Stankovic/3 (46. Tadic/4), Offenbacher/3; Djuricin/2

Notenschlüssel: Nach dem Schulnotensystem, von 1 (sehr) bis 5 (nicht genügend). 0 = zu kurz eingesetzt

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