Auf einer Welle unterwegs

Lewis Hamilton strahlt nach dem Triumph in Schanghai: „Glücklicher war ich noch nie.“ Foto: apa
Lewis Hamilton strahlt nach dem Triumph in Schanghai: „Glücklicher war ich noch nie.“ Foto: apa

Lewis Hamilton fuhr souverän den dritten Sieg in Serie ein – Debakel für Vettel.

formel 1. Lewis Hamilton strahlte nach seinem ersten Hattrick fast so sehr wie die beiden Brillanten in seinen Ohren. „Unglaublich“, sagte der Engländer nach seinem dritten Sieg in Serie – schließlich war dieses Kunststück dem Ex-Weltmeister zuvor noch nie gelungen. Und dann fügte der Mercedes-Star mit einem breiten Lächeln im Gesicht überglücklich hinzu: „Ich kann gar nicht glauben, wie gut mein Auto ist. Wir sind auf einer Welle unterwegs und wollen so weitermachen, weiterpushen.“

Vom Start weg dominant

Vom Start weg ließ Polesetter Hamilton beim Grand Prix von China in seinem überlegenen Silberpfeil der Konkurrenz keine Chance und verwies auch seinen Teamkollegen Nico Rosberg deutlich auf Rang zwei. Der Deutsche konnte nach Startschwierigkeiten nicht um den Sieg kämpfen – ein weiterer „Krieg der Sterne“ wie vor zwei Wochen blieb deshalb aus. Dritter wurde beim Debüt des neuen Ferrari-Teamchefs Marco Mattiacci der überraschend starke Fernando Alonso.

Freie Fahrt für den Kollegen

Sebastian Vettel erlebte als Fünfter das nächste kleine Debakel, sein Teamkollege Ricciardo stahl dem viermaligen Champion wie schon in Bahrain die Show. Auf Anweisung seines Red-Bull-Teams musste der Weltmeister dem jungen Australier sogar freie Fahrt gewähren. Über den Boxenfunk wurde Vettel in der 25. Runde aufgefordert, den mit frischeren Reifen fahrenden Ricciardo passieren zu lassen: „Lass Daniel durch, bitte.“ Erst sträubte sich Vettel („Pech gehabt“) gegen die Anweisung, ließ dem Australier dann aber doch genug Platz zum Überholen und konnte das Tempo anschließend nicht mitgehen. Eine Schmach für den Seriensieger von einst, der knapp 25 Sekunden nach Ricciardo ins Ziel trudelte. „Ich habe es zuerst nicht verstanden“, sagte Vettel über die ungewohnte Demütigung, „dann wurde mir mehr und mehr klar, dass ich nicht genug Speed hatte, und ich musste einsehen, dass es wenig Sinn machte, dagegenzuhalten.“ Der einstige Vorzeigefahrer räumte ein: „Ich komme im Moment mit dem Bock noch nicht klar, ich kann aber nicht sagen, woran es liegt. Unsere Aufgabe ist es, schnell dafür zu sorgen, dass der Stern untergeht.“

Dritter Doppelsieg in Serie

Der strahlt im Moment heller denn je. Hamilton krönte mit seiner beeindruckenden Machtdemonstration auf dem 5,451 km langen Kurs vor den Toren Schanghais den starken Saisonauftakt von Mercedes – der Traditionsrennstall feierte den vierten Sieg im vierten Rennen und den dritten Doppelsieg nacheinander. Das gelang zuletzt Ferrari vor zwölf Jahren mit Michael Schumacher und Rubens Barrichello.

„Ich führe noch und will weiter vorne bleiben“, sagte Rosberg, der nach zahlreichen Schwierigkeiten mit der komplizierten Technik in seinem Wagen am Ende doch irgendwie zufrieden war: „Ich hatte einige Probleme, der zweite Platz ist da Schadensbegrenzung. Aber beim nächsten Rennen in Barcelona muss mal wieder ein Sieg her.“ Und Alonso meinte: „Mercedes hat noch einen großen Vorsprung. Wir werden aber nicht aufgeben und müssen weiter hart arbeiten.“

Mit dem Mercedes-Wunder-Boliden war Lewis Hamilton beim Rennen in China einsam unterwegs. Foto: apa
Mit dem Mercedes-Wunder-Boliden war Lewis Hamilton beim Rennen in China einsam unterwegs. Foto: apa

Ich kann gar nicht glauben, wie gut mein Auto ist.

lewis hamilton
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