Feleke bescherte Wien Rekord

Sieg mit neuem Streckenrekord bei der 31. Auflage des Vienna City Marathons: Getu Feleke. Foto: gepa
Sieg mit neuem Streckenrekord bei der 31. Auflage des Vienna City Marathons: Getu Feleke. Foto: gepa

Äthiopier lief den Marathon in 2:05:41 – bei den Damen überraschte Anna Hahner.

leichtathletik. Getu Feleke hat einen vom Start bis ins Ziel bravourösen Marathonlauf absolviert und Wien einen neuen Streckenrekord beschert. Der Äthiopier gewann in 2:05:41 Stunden und verbesserte den bisherigen Streckenrekord des dreifachen VCM-Siegers Henry Sugut um 1:17 Minuten. Bei den Frauen siegte überraschend die Deutsche Anna Hahner.

Fußball-Legende Anton Polster hatte um 8.59 Uhr bei zehn Grad Lufttemperatur den Startschuss zum 31. Vienna City Marathon gegeben, das Elitefeld war so stark besetzt wie nie zuvor in der Geschichte. Noch nie war in Wien ein Läufer mit einer schnelleren Bestzeit am Start als Feleke (2:04:50). Sein größter Herausforderer war der Kenianer Sugut, aber weitere elf Athleten hatten Bestzeiten unter 2:10 zu Buche stehen. Doch Sugut, in Wien 2010, 2012 und 2013 erfolgreich, lief heuer nicht um den Sieg mit. Bis Kilometer 17 war er noch Teil der bereits etwas auseinandergezogenen, inklusive Tempomachern zwölfköpfigen Gruppe an der Spitze, fiel aber Meter um Meter zurück und später aus. Mit seinem Landsmann John Kiprotich hatte auch der VCM-Erste von 2011 bereits früh mit dem hohen Tempo nicht mehr mithalten können.

Pflügl verpasste EM-Limit

Die Halbmarathon-Durchgangszeit der Achter-Topgruppe lag mit 62:42 Minuten 18 Sekunden unter den für einen neuen Streckenrekord angepeilten 63:00. Wie geplant stiegen die Tempomacher bis Kilometer 30 aus. Feleke erhöhte noch einmal das Tempo, setzte sich entscheidend von seinen Verfolgern ab und lief den neuen Rekord souverän ins Ziel.

Und das, obwohl er von Magenschmerzen geplagt worden war. „Sie hatten schon früher begonnen, aber auf den letzten zwei Kilometern war es schon sehr schlimm, da habe ich nicht mehr schneller laufen können“, erzählte Feleke, der die Arbeit der Tempomacher lobte. Erstmals seit 2006 kommt der Sieger des Männerrennens in Wien damit wieder aus einem anderen Land als Kenia. Feleke kassierte eine Prämie von 15.000 Euro für den neuen Streckenrekord, der zweitplatzierte Kenianer Alfred Kering hatte bereits fast drei Minuten Rückstand (2:08:28), Rang drei ging an dessen Landsmann Philip Sanga (2:08:58).

Christian Pflügl verpasste sein Ziel, das A-Limit für die Leichtathletik-EM in Zürich von 2:17 zu knacken. Der Oberösterreicher, der mit Luke Kibet einen prominenten Pacemaker hatte (Wien-Sieger und Weltmeister von 2007), kam nach 2:18 ins Ziel. „Ich bin zufrieden. Leider ist der Tempomacher schon bei Kilometer 30 raus, er hätte bis 35 laufen sollen.“

Bei den Damen sah es bis kurz vor dem Heldenplatz nach einem Erfolg von Caroline Chepkwony aus, als Anna Hahner trotz des Regens, der eingesetzt hatte, auf dem allerletzten Kilometer aufdrehte und der Kontrahentin den Sieg noch wegschnappte. Hahner gewann in 2:28:59 vor Chekwony (2:29:18) und Lema (2:31:10). „Ich kann es selbst kaum glauben, es kam dann doch überraschend.“

Der Wiener Marathon hatte mit 42.078 Teilnehmerinnen und Teilnehmern für alle Bewerbe einen neuen Nenn­rekord markiert. 9456 hatten die 42,195 Kilometer in Angriff genommen.

Auf der Reichsbrücke staute es sich – mehr als 42.000 Teilnehmer liefen beim Wiener Marathon in den verschiedenen Kategorien mit. Foto: reuters
Auf der Reichsbrücke staute es sich – mehr als 42.000 Teilnehmer liefen beim Wiener Marathon in den verschiedenen Kategorien mit. Foto: reuters
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