Der frühe Vogel fängt den Wurm

von Dietmar Hofer
Marcel Schreter (links im Duell mit Peter Brandl) vergab eine Großchance für die Austria. Foto: gepa
Marcel Schreter (links im Duell mit Peter Brandl) vergab eine Großchance für die Austria. Foto: gepa

Der Austria ging es vielfach zu schnell – verdientes 0:2 gegen St. Pölten.

fussball. Der klare Altacher Erfolg in Kapfenberg machte deutlich, dass es für die nachfolgenden Mannschaften in dieser Saison um nicht viel mehr geht als um die Rangordnung hinter dem vermutlichen Meister. Und da scheint nun, dass es neben der Austria und Kapfenberg mit St. Pölten einen weiteren Kandidaten gibt, der im Kampf um Platz zwei noch ein gewichtiges Wörtchen mitzureden hat. Sofern diese Platzierung überhaupt von großem Wert ist und nicht nur eine Trophäe, die den Wert der berühmten goldenen Ananas hat.

Apropos Ananas: ganz anders als in der bekömmlichen Frucht, steckten im Spiel der Austria gestern wesentlich weniger Vitalstoffe und Vitamine. Lange Zeit war der Auftritt der Lustenauer von einer Lahmheit gezeichnet, die mutmaßen lässt, dass es dem Kolvidsson-Team derzeit auch an der Vitalität fehlt. Irgendwie schien der Austria vieles zu schnell zu gehen, was St. Pölten auf dem Rasen zelebrierte. Und der frühe Vogel fängt bekanntlich den Wurm. Bestes Indiz dafür war, dass die Hausherren bereits nach drei Minuten das 0:1 hinnehmen mussten. Ein scharfer Pass in den Strafraum nützte Konstantin Kerschbaumer zur raschen Führung. Die Austria-Abwehr war nicht im Bilde und agierte nicht schnell genug. Und nach sieben Minute hätte die Partie eigentlich schon vorentschieden sein können. Denn wieder ging es der Austria-Hintermannschaft zu schnell, wurden die Verteidiger ausgespielt. Und so blieb Lukas Hefel, der den gesperrten Christopher Knett im Tor bestens vertrat, nichts anderes übrig, als den gefährlichen St. Pölten-Legionär Gary Noel zu attackieren. Den dafür verhängten Elfmeter, den Mirnel Sadovic schoss, parierte der Schlussmann jedoch. Der 19-jährige Jungkeeper hielt seine Mannen also am Leben. Dennoch waren es, sieht man von einer kläglich vergebenen Chance von Marcel Schreter (15.) ab, ganz eindeutig die Gäste aus Niederösterreich, die den Ton auf dem Platz weiter angaben. St. Pölten führte die Austria im eigenen Stadion phasenweise regelrecht vor. Bei der Austria fehlte vielleicht aufgrund der Tabellensituation – der letzte Biss. Auch was das Zweikampfverhalten betraf. Dennoch wäre Thiago (72.) mit einem Lattenschuss beinahe der Ausgleich gelungen. Aber er hätte vielleicht nur die Austria-Schwächen kaschiert und wäre angesichts der St. Pöltner Chancenmehrheit auch nicht ganz verdient gewesen. Letztlich spiegelte das 0:2, das Schibany in der 86. Minute fixierte, weit mehr das Spielgeschehen. Denn zu sehr war bei den Hausherren in vielerlei Hinsicht der Wurm drin.

Doch wie heißt es so schön: Der frühe Vogel fängt den Wurm. Die Suche nach den „angestochenen Äpfeln“ kann bei den Grün-Weißen angesichts von 14 Punkten Rückstand auf die Spitze nun intensiv begonnen werden. Denn es wäre schade, wenn man sich nach der gezielten Aufbauarbeit in dieser Saison in Zukunft erneut um mögliche Früchte des Erfolges bringen würde. Nur die goldene Ananas als Trophäe ist auf Dauer nicht befriedigend.

Fußball – ,,Heute für Morgen“ Erste Liga 2013/14

29. Spieltag

SC Austria Lustenau – SKN St. Pölten 0:2 (0:1)

Reichshofstadion, 2000 Zuschauer, SR Altmann (T)

Torfolge: 3. 0:1 Kerschbaumer, 86. 0:2 Schibany

Gelbe Karten: 36. 0:1 Stückler, 44. Grabher (beide Austria), 60. Holzmann, 85. Ambilchl (beide St. Pölten/alle Foulspiel)

SC Austria Lustenau (4-1-3-2): Hefel/2; Mathis/4 (71. Bulut/0), Stückler/4, Kobleder/4, Galvao/4; Prücher/4; Jailson/3, Grabher/4; Schreter/5 (46. Chabbi/3), Tadic/4, Thiago/3 (75. Karbo/0)

SKN St. Pölten (4-4-2): Riegler/3; Dober/3, Grasegger/3, Wisio/3, Holzmann/4 (91. Peinsipp/0); Ambichl/3, Kerschbaumer/2, Brandl/2, Jano/2; Noel/2 (88. Huber/0), Sadovic/3 (76. Schibany/0)

Notenschlüssel: Nach dem Schulnotensystem, von 1 (sehr) bis 5 (nicht genügend). 0 = zu kurz eingesetzt

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