Weil Woods fehlt, ist McIlroy bereit

Heißer Anwärter auf den Sieg beim Golf-Masters in Augusta: Rory McIlroy. Foto: ap
Heißer Anwärter auf den Sieg beim Golf-Masters in Augusta: Rory McIlroy. Foto: ap

Das US Golf-Masters in Augusta ist so offen wie schon lange nicht mehr.

golf. Das 78. US Masters in Augusta wird zur großen Lotterie. Nach dem verletzungsbedingten Aus von Golf-Superstar Tiger Woods ist das Rennen um das begehrte grüne Jackett ab heute (live auf Sky) so offen wie lange nicht mehr. Und Rory McIlroy bereit zum großen Coup. Die Vorzeichen sprechen jedenfalls für den ersten Triumph an der berühmten Magnolia Lane: Vier Mal hat Woods seit 1997 bei einem Major-Turnier aus diversen Gründen nicht gespielt – und immer siegte ein Spieler von der irischen Insel.

Nun ist der 24 Jahre alte McIlroy, als Branchenprimus Vorgänger von Woods, im nordirischen Holywood nahe Belfast geboren. Ein filmreifes Happy End scheint also durchaus vorstellbar. „Eigentlich bin ich ja nicht wirklich abergläubisch“, gestand McIlroy vor der ersten Runde an der legendären Magnolia Lane, „aber vielleicht denke ich ja jetzt: Wow, ich habe in dieser Woche noch mehr Chancen.“

Formkrise überwunden

Wer in diesem Jahr in das berühmte Grüne Jackett des Augusta-Champions schlüpfen will, muss also übernatürliche Kräfte besiegen. McIlroy hat seine Formkrise der vergangenen Saison offensichtlich überwunden und auch wegen des kaum einschätzbaren Leistungsstandes der Konkurrenz beste Aussichten auf seinen Premierenerfolg im Bundesstaat Georgia.

Titelverteidiger Adam Scott zog sich zuletzt zurück und pausierte zwei Wochen, dem dreimaligen Champion Phil Mickelson bereitete eine schwere Muskelzerrung jüngst immer wieder Probleme. „Da sind dennoch einige dabei, die gewinnen können. Ich hoffe, dass mein Name darunter ist“, sagte Scott, während Publikumsliebling Mickelson auf die Unterstützung der Fans hofft. „Das ist unglaublich hier, das verleiht zusätzliche Energie.“

Dort, wo Scott, Mickelson und die anderen Turniersieger in diesen Tagen wieder vor und nach den Runden fachsimpeln werden, will McIlroy am besten schon im nächsten Jahr auch mit von der Partie sein. „Es wäre wirklich enttäuschend, wenn ich meine Karriere beenden würde, ohne einmal in der Champions-Umkleide gefrühstückt zu haben“, sagte McIlroy. Auch deshalb sei es für ihn wichtig, das Masters „lieber früh als spät“ zu gewinnen.

24 Debütanten dabei

Dann könnte McIlroy nämlich auch seinen Frieden mit dem Par-72-Kurs im Augusta National Golf Club schließen. 2011 hatte „Roars“ bereits am Triumph beim ersten Major des Jahres geschnuppert, eine katastrophale letzte Runde ließ ihn aber noch von der Spitzenposition auf den 15. Platz abrutschen – bis heute sein bestes Resultat in Augusta. „Das war hart, aber hier kann eben alles passieren“, äußerte McIlroy, der bislang Major-Erfolge bei den US Open (2011) und der US PGA Championship (2012) vorzuweisen hat.

Weil die Bahnen in der Kathedrale des Golf äußerst anspruchsvoll sind und sich dort vielleicht mehr als anderswo die Erfahrung der Golfer auszahlt, ist auch in diesem Jahr der Triumph eines Debütanten eher unwahrscheinlich. 24 sind es in diesem Jahr und damit so viele wie noch nie.

Es ist ein komisches Gefühl, wenn Tiger nicht da ist.

phil Mickelson
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