Untersuchungshaft über Sanel Kuljic verhängt

Ex-Teamspieler Sanel Kuljic im Jahr 2008. Foto: apa
Ex-Teamspieler Sanel Kuljic im Jahr 2008. Foto: apa

Dies gilt auch für seinen mutmaßlichen Komplizen Sulim D. in Zusammenhang mit angeblicher Erpressung.

Fussball. Laut dem Gerichtssprecher Imre Juhasz lag für die zuständige Richterin am Landesgericht Salzburg nach einer ergänzenden Einvernahme von Kuljic zwar keine Verdunkelungs-, dafür aber Tatbegehungsgefahr vor. Bei Sulim D. wiederum bestehe eine Tatbegehungs- und Tat-ausführungsgefahr. Kuljic hat bisher seine Unschuld beteuert und angegeben, dass ihm Dominique Taboga noch Geld schulde. Gegen den Tsche­tschenen Sulim D. ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der schweren Erpressung und Nötigung „im Zusammenwirken“ mit Kuljic.

Keine Nennung von Namen

Laut Kuljic dem Salzburger Anwalt Essl sei der Hintergrund der Causa ein von Kuljic gewährtes Darlehen an Taboga in der Höhe von 65.000 Euro, die dieser für Einrichtungsgegenstände benötigt habe und das nur sehr schleppend zurückgezahlt worden sei. „Wir werden mit Anträgen weitere Ermittlungen einleiten, damit der Tatverdacht ehestmöglich entkräftet wird“, betonte Essl.

Kuljic und Sulim D. wurden am Dienstag mit einer dritten verdächtigen Person in Anif bei Salzburg festgenommen. Der dritte Verdächtige ist mittlerweile wieder auf freiem Fuß, er gilt für die Ermittler nur als Mitläufer. Ob und wie weit die Causa mit Spielmanipulation und Wettbetrug verflochten ist, ermittelt derzeit das Bundeskriminalamt. Ein Sprecher erklärte gestern, dass vorerst nicht bekannt gegeben werde, gegen welche Personen ermittelt wird.

VdF-Mandat niedergelegt

Taboga gab am Montag in einer Anzeige bei der Polizei an, er hätte ein Spiel manipulieren sollen, habe sich aber geweigert. Wegen des entgangenen Gewinns habe man ihn unter Androhung von Gewalt gegen ihn und seine Familie erpresst. Es sei zu mehreren Geldübergaben gekommen. Anfangs sprach Taboga von „über 70.000 Euro“, dann korrigierte er die Aussage und nannte einen Gesamtbetrag von „etwas unter 30.000 Euro“, den er seinen Erpressern übergeben hätte.

Am Donnerstag teilte der Manager des SV Grödig, Christian Haas, mit, dass Taboga im Winter 2012 vier Mitspieler gefragt habe, ob sich diese an einer Spielmanipulation beteiligen wollten. Die Spieler hätten das als Scherz aufgefasst und abgelehnt. Es sei zu keiner Manipulation gekommen, betonte Haas.

Taboga selbst stellte als Folge der mutmaßlichen Erpressung gegen ihn seine Funktion in der Fußballer-Gewerkschaft ruhend. Die Vereinigung der Fußballer teilte mit, dass Taboga sein Amt als Mitglied im sechsköpfigen Spielerpräsidium nach Rücksprache mit dem Vorsitzenden Gernot Zirngast so lange nicht ausüben wird, bis in dem Fall Klarheit herrscht. Der Spieler, seit langer Zeit ein aktives und angesehenes Mitglied der VdF, soll aber nicht vorschnell fallen gelassen werden. Taboga will sich laut Zirngast derzeit nicht öffentlich äußern.

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