Ex-Meister muss Farbe bekennen

von jochen dünser
Drasko Mrvaljevic ist einer der Hoffnungsträger bei Bregenz, um wieder zu einer Macht in der Handball-Liga Austria zu werden. Foto: VN/stiplovsek
Drasko Mrvaljevic ist einer der Hoffnungsträger bei Bregenz, um wieder zu einer Macht in der Handball-Liga Austria zu werden. Foto: VN/stiplovsek

Bregenz im Heimspiel gegen Bärnbach unter Zugzwang – Leader Hard in Schwaz zu Gast.

Handball. Zu Beginn des Jahrhunderts dominierte Bregenz im nationalen Männerhandball und feierte mit einer Saison Unterbrechung zwischen 2001 und 2010 neun Triumphe in der Handball-Liga Austria und holte sich vier Mal den Cuptitel. Von der Erfolgstruppe des letzten Titelgewinns 2010 stehen zwar mit Goran Aleksic, Lucas Mayer, Lukas Frühstück, Marian Klopcic, Philipp Günther, Julian Rauch, Gernot Watzl und die damaligen Backup-Spieler Christopher Winkler und Alexander Wassel noch neun Akteure im Kader. Aber Erfolgsgaranten wie Roli Schlinger, Mario Obad, Matthias Günther, Björn Tyrner und Andi Varga haben den Verein verlassen oder ihre Karriere beendet. Seit damals sucht der Rekordmeister seine neue Identität.

Vor dem Heimspiel zum Abschluss der Hinrunde des Grunddurchgangs morgen gegen die HSG Bärnbach/Köflach liegt man zwar mit Rang vier auf einem Play-off-Platz, allerdings darf man sich davon nicht täuschen lassen. Je drei Siege und Niederlagen bzw. zwei Remis sind nicht jene Bilanz, die man sich nach dem großen Umbruch im Sommer zum Ziel gesetzt hat. Kapitän Philipp Günther: „Auf der einen Seite ist noch nicht viel passiert. Früher hat man in Bregenz gar nicht darüber nachgedacht, wenn man einmal zwei oder drei Spiele nicht so gut gespielt hat. Da hatte man das Vertrauen in die eigene Stärke.“

Doch vom Glanz, dem Killerinstinkt und der Begeisterung, die Bregenz über viele Jahre von den gegnerischen Mannschaften unterschieden haben, ist wenig geblieben. „Wenn wir besonders in den Heimspielen weiter Punkte abgeben, geht der Respekt der anderen Teams verloren. Früher war man froh, wenn man in Bregenz mit Anstand verloren hat. Doch mittlerweile hat sich das Blatt gewendet. Noch ist nichts verloren, doch langsam, aber sicher sollten wir Farbe bekennen. Man kann gegen Hard oder bei West Wien bzw. Margareten auswärts verlieren. Doch es hat auch Partien gegeben, die wir eigentlich für uns entscheiden sollten. Jeder Einzelne im Team ist gefordert, und nicht nur gegen Bärnbach sind zwei Punkte Pflicht, damit wir uns wieder Respekt in der Liga verschaffen“, betont Günther kämpferisch.

Hard will Run fortsetzen

Auf nationaler Ebene hat Pendant Alpla HC Hard den Bregenzern den Nummer-eins-Status abgelaufen. Die „Roten Teufel“ vom Bodensee holten sich in der letzten Saison nach 2003 den zweiten HLA-Titel in der Vereinsgeschichte und haben den Schwung und Elan aus der Meistersaison perfekt mitgenommen. Nach acht Runden führt das Team von Coach Markus Burger mit dem Maximum von 16 Punkten die Tabelle an. Diesen Erfolgslauf wollen die Harder auch morgen beim Gastspiel in Schwaz fortsetzen. Burger: „Die Tiroler haben mit den Siegen in Krems und Bärnbach viel Selbstvertrauen getankt. Nun wollen sie natürlich dem Meister ein Bein stellen. Wenn wir unsere Serie verlängern wollen, müssen wir von Beginn an konzentriert zur Sache gehen. Wir dürfen den Gegner auf keinen Fall auf die leichte Schulter nehmen und meinen, dass sie uns die beiden Punkte kampflos überlassen werden.“

Handball

Handball-Liga Austria (HLA) Männer 2012/13 Internet: www.hla.at

Grunddurchgang, 9. Runde

Bregenz HB – HSG Bärnbach/Köflach morgen, 19.00 Uhr

Handball-Arena Rieden, SR Schnabl/Stark

ULZ Schwaz – Alpla HC Hard morgen, 18.00 Uhr

Sporthalle Schwaz; SR Brkic/JusufhodzicSG HB West Wien – Union Leoben morgen, 17.30 Uhr

BSFZ Südstadt, SR Lajko/Seidler

UHK Krems – Fivers Margareten morgen, 19.00 Uhr

Sporthalle Krems, SR Staudinger/Staudinger

HC Linz – HIT Tirol morgen, 19.00 Uhr

SHS Kleinmünchen, Heiter/Heiter

Tabelle: 1. Alpla HC Hard 8 8 0 0 242:206 + 36 16

2. Fivers Margareten 8 7 0 1 266:232 + 34 14

3. SG HB West Wien 8 5 1 2 234:223 + 11 11

4. Bregenz HB 8 3 2 3 219:217 + 2 8

5. Union Leoben 8 3 1 4 224:223 + 1 7

6. HIT Tirol 8 3 1 4 200:205 - 5 7

7. HC Linz 8 3 1 4 231:239 - 8 7

8. ULZ Schwaz 8 3 0 5 209:228 - 19 6

9. UHK Krems 8 2 0 6 219:238 - 19 4

10. HSG Bärnbach/Köflach 8 0 0 8 208:241 - 33 0

10. Runde (9./10. November)

SG HB West Wien – HIT Tirol, 9. 11., 19 Uhr (Hinrunde: 29:20); ULZ Schwaz – Fivers Margareten, 10. 11., 18 Uhr (Hinrunde: 29:41); Alpla HC Hard – HSG Bärnbach/Köflach, 10. 11., 19 Uhr (Hinrunde: 25:24); HC Linz – Bregenz HB, 10. 11., 19 Uhr (Hinrunde: 24:25); UHK Krems – Union Leoben, 10. 11., 19 Uhr (Hinrunde: 29:24)

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