Michelle Morik traut sich jetzt mehr zu

von Heimo Kofler
Bereit zu neuen Taten: Michelle Morik. Foto: stiplovsek
Bereit zu neuen Taten: Michelle Morik. Foto: stiplovsek

Ein Jahr nach ihrer Knieverletzung fährt die Nenzingerin um einen Weltcup-Startplatz.

ski alpin. Der Leidensweg war ein langer. Kaum von einer Weisheitszahn-Operation erholt, zog sich Michelle Morik Anfang September des vergangenen Jahres beim Riesentorlauftraining in Zermatt einen Kreuzbandriss zu. „Im ersten Moment war es ein Schock“, erinnert sich die 22-Jährige an das jähe Ende der Saison, die noch gar nicht begonnen hatte. „Aber es war mir schnell klar, dass ich ­weiter Ski fahren möchte.“ Auch ein erneuter Eingriff im Knie in diesem Frühjahr bremste die Nenzingerin nicht in ihrem Tatendrang. Die langjährige Zusammenarbeit mit Mentaltrainer Günter Spiesberger lohnte sich: „Er hat mir geholfen, die Dinge positiv zu sehen.“ Ebenso verdient sich der Bludenzer Physiotherapeut Alexander Fröis, früher Betreuer von Marcel Hirscher und Co., von Morik ein Dankeschön. „Ich war bei ihm drei Mal pro Woche zur Therapie, er hat großen Anteil, dass ich schmerzfrei fahren kann.“

Die Vorbereitung auf die aktuelle Saison verlief für die Rennläuferin des SC Beschling reibungslos. Nach fünf Konditionskursen mit den ÖSV-Damen standen in der Skihalle in Hamburg vier Trainingstage auf dem Programm. „Ich war ziemlich genau ein Jahr weg von den Stangen, die ersten Fahrten habe ich richtig genossen.“ Auf dem Gletscher in Zermatt, im Mölltal und in den drei Schneekursen in Sölden trainierte Morik vorwiegend Riesentorlauf und Slalom: „Ich werde es aber auch wieder im Super-G versuchen.“ Wo Morik bei der Junioren-WM 2010 Bronze gewann und ihren bisher größten Erfolg feierte. Keine Berührungsängste gibt es mit dem neuen Head-Material, das auch für die Damen normiert wurde: „Ich kann mich an die alten Ski gar nicht mehr erinnern. Mit den neuen muss man technisch sauber fahren, das war es.“

Vor dem Comeback locker

Morik sieht sich für den ersten Renneinsatz seit März 2011 solide vorbereitet: „Körperlich bin ich sehr gut drauf. Und ich traue mir jetzt mehr zu als vor meiner Verletzung“, geht sie morgen mit viel Optimismus in die Riesentorlauf-Qualifikation der ÖSV-Damen für den Weltcupauftakt am 27. Oktober in Sölden. Sieben Startplätze sind schon vergeben. Zehn Mädchen, darunter Nicole Hosp, rittern um zwei Tickets. „Ich werde fahren, was ich drauf habe“, nimmt sich Vorarlbergs einzige ÖSV-B-Kaderläuferin bei ihrem Comeback-Einsatz mit kecker Lockerheit den Druck weg.

Ich werde fahren, was ich drauf habe.

Michelle Morik
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