Das Problem beginnt im Kindergarten

Roman Hagara, Segel-Olympiasieger
Wie kommentieren Sie das Abschneiden Österreichs bei den Olympischen Spielen in London, was sind Ihrer Meinung nach die Gründe dafür?
In Sportarten, wo es wirklich die Chancen auf vollen Erfolg gibt, muss man eben noch mehr fördern und bessere Strukturen zur Verfügung stellen. In den Sportarten, wo wirkliches Medaillenpotenzial ist, muss man von Verbandsseite alles versuchen und auch investieren. Nur dann kann man erfolgreich sein. Es gibt keinen Athleten, dem ich etwas vorwerfen kann. Ich bin sogar überrascht, wie gut manche abgeschnitten haben.
Ist die österreichische Sportförderung zeitgemäß und effizient und fließen genügend Mittel in den Sport?
Das will ich nicht kommentieren. Fakt ist, dass ohne persönliche Sponsoren im Spitzensport kein Überleben möglich ist. Ich erinnere an unsere Situation: 220 Trainings- und Wettkampftage im Jahr, Dutzende Flüge, Materialbruch, Mental-Coach, Coach, Management, etc. Ohne Sponsoren, die uns nicht nur finanziell, sondern auf allen Ebenen unterstützen und unterstützt haben, hätten wir in der olympischen Segelklasse keine Chance gehabt, an der Weltspitze zu segeln. Es wäre uns unmöglich gewesen, unser Ziel zu erreichen. Es ist jetzt in den Extreme Sailing Series ganz gleich. Wir sind jetzt auf Großbooten in der Weltspitze dabei und erfolgreich, weil wir ein unglaublich gut funktionierendes Team haben – auf dem Wasser und am Land.
Was muss sich ändern? Sind Zusammenlegung und Konzentration der Strukturen und der Förderung ein probates Mittel oder soll man alles eher so lassen wie es ist?
Man muss ein System finden, um Sportlern eine Basis zu geben. Wenn ich meine volle Energie in den Sport stecke, mein gesamtes Leben darauf ausrichte, darf es nicht sein, dass viele Top-Athleten finanziell keineswegs abgesichert sind, keine Perspektiven haben. Viele österreichische Athleten haben einen Brotberuf und versuchen gleichzeitig, die Weltspitze zu erklimmen. Schaut man sich in allen Sportarten ddie Weltspitze an, sind überall Profis ganz vorne. Hans Peter und ich haben für unseren sportlichem Erfolg wirklich alles untergeordnet, haben unseren Brotberuf unter vollem Risiko aufgegeben, sind oft auf die Schnauze gefallen, aber immer wieder aufgestanden, und am Ende hat es sich bezahlt gemacht. Man darf das Risiko, das ein Spitzensportler eingeht, aber nicht unterschätzen. Bei Olympia werden in jedem Bewerb nur drei Medaillen vergeben. Wer Vierter geworden ist, interessiert wirklich niemanden.
Roman Hagara, Segel-Olympiasieger Wie kommentieren Sie das Abschneiden Österreichs bei den Olympischen Spielen in London, was sind Ihrer Meinung nach die Gründe dafür? In Sportarten, wo es wirklich die Chancen auf vollen Erfolg gibt, muss man eben noch mehr fördern und bessere Strukturen zur Verfügung stellen. In den Sportarten, wo wirkliches Medaillenpotenzial ist, muss man von Verbandsseite alles versuchen und auch investieren. Nur dann kann man erfolgreich sein. Es gibt keinen Athleten, dem ich etwas vorwerfen kann. Ich bin sogar überrascht, wie gut manche abgeschnitten haben. Ist die österreichische Sportförderung zeitgemäß und effizient und fließen genügend Mittel in den Sport? Das will ich nicht kommentieren. Fakt ist, dass ohne persönliche Sponsoren im Spitzensport kein Überleben möglich ist. Ich erinnere an unsere Situation: 220 Trainings- und Wettkampftage im Jahr, Dutzende Flüge, Materialbruch, Mental-Coach, Coach, Management, etc. Ohne Sponsoren, die uns nicht nur finanziell, sondern auf allen Ebenen unterstützen und unterstützt haben, hätten wir in der olympischen Segelklasse keine Chance gehabt, an der Weltspitze zu segeln. Es wäre uns unmöglich gewesen, unser Ziel zu erreichen. Es ist jetzt in den Extreme Sailing Series ganz gleich. Wir sind jetzt auf Großbooten in der Weltspitze dabei und erfolgreich, weil wir ein unglaublich gut funktionierendes Team haben – auf dem Wasser und am Land. Was muss sich ändern? Sind Zusammenlegung und Konzentration der Strukturen und der Förderung ein probates Mittel oder soll man alles eher so lassen wie es ist? Man muss ein System finden, um Sportlern eine Basis zu geben. Wenn ich meine volle Energie in den Sport stecke, mein gesamtes Leben darauf ausrichte, darf es nicht sein, dass viele Top-Athleten finanziell keineswegs abgesichert sind, keine Perspektiven haben. Viele österreichische Athleten haben einen Brotberuf und versuchen gleichzeitig, die Weltspitze zu erklimmen. Schaut man sich in allen Sportarten ddie Weltspitze an, sind überall Profis ganz vorne. Hans Peter und ich haben für unseren sportlichem Erfolg wirklich alles untergeordnet, haben unseren Brotberuf unter vollem Risiko aufgegeben, sind oft auf die Schnauze gefallen, aber immer wieder aufgestanden, und am Ende hat es sich bezahlt gemacht. Man darf das Risiko, das ein Spitzensportler eingeht, aber nicht unterschätzen. Bei Olympia werden in jedem Bewerb nur drei Medaillen vergeben. Wer Vierter geworden ist, interessiert wirklich niemanden.

Keine Medaille in London, Österreichs Sommersport befindet sich auf dem absteigenden Ast. Fachleute diskutieren Reformen an.

Olympia. Nach den für Österreich medaillenlosen Olympischen Sommerspielen in London 2012 ist eine Grundsatz-Diskussion über die aktuellen Sport-Strukturen und die -Förderung in Österreich entstanden. Die Austria Presse Agentur befragte namhafte Personen, von Skisprung-Olympiasieger Toni Innauer über

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