Vom Maschinenschlosser zum Extremsportler

Pilot Felix Baumgartner zeigte sich Anfang der Woche in Roswell mit seiner Freundin Nicole. Foto: Red Bull Stratos
Pilot Felix Baumgartner zeigte sich Anfang der Woche in Roswell mit seiner Freundin Nicole. Foto: Red Bull Stratos

Der Salzburger Felix Baumgartner ist seit seiner Jugend süchtig nach Rekorden.

Roswell. Am Dienstag wollte der Salzburger Basejumper und Extremsportler Felix Baumgartner mit seinem Sprung aus einer Höhe von 36 Kilometern im freien Fall die Schallmauer durchbrechen. Es klappte nicht: Am Donnerstag hat Baumgartner eine weitere Chance. Der 43-Jährige liebt es, die Grenzen zu sprengen – vor allem in der Luft.

Erst Kfz-Mechaniker

Baumgartner wird am 20. April 1969 in Salzburg geboren. Bereits seit frühester Kindheit träumt er vom Skydiving und Hubschrauberfliegen. „Ich wollte immer die Welt von oben sehen“, sagt er unlängst. Baumgartner macht eine Lehre als Maschinenschlosser und arbeitet dann als Kfz-Mechaniker. Seinen ersten Skydive absolviert er mit 16 Jahren. Im Alter von 18 Jahren verpflichtet er sich beim Bundesheer und wird dort als Panzerfahrer, später zum Fallschirmspringer ausgebildet. Danach schlägt er sich mit dem Reparieren von Motorrädern durch, bevor er Skydiving-Profi wird.

In den 1990er-Jahren erweitert der Salzburger seine Fähigkeiten mit Base-Jumping. Seit 1997 ist er professioneller Basejumper und wird von Red Bull gesponsert. Seine registrierte Marke, das Logo mit der Flamme und der Zahl 502, entstand durch die Registrierung bei der American B.A.S.E. Association im Jahr 1998, wo er die Nummer 502 erhielt. Mit seinem Sprung von den Petronas Towers in Kuala Lumpur, 1999, stellt Baumgartner einen neuen Weltrekord für den höchsten Basejump von einem Gebäude auf. Dafür beobachtete er tagelang das Gebäude und die Sicherheitskräfte, bevor er sich als Geschäftsmann verkleidet Zutritt verschafft. Im gleichen Jahr absolviert er von der Christusstatue in Rio de Janeiro den niedrigsten Basejump der Geschichte. Weitere Rekorde sammelt der 43-Jährige mit Sprüngen von der Millau-Brücke in Frankreich (Rekord für höchste Brücke) und vom Taipei 101 Tower in Taiwan (neuer höchster Sprung von einem Gebäude).

Am 31. Juli 2003 überquert Baumgartner als erster Mensch im freien Fall den Ärmelkanal. Drei Jahre dauert die Entwicklung des eigens dafür hergestellten Karbon-Flügels. Felix springt von ­einem Flugzeug ab, 9800 Meter über dem englischen Dover.

Sein einziger Schutz gegen die extremen Bedingungen (minus 40 Grad) sind ein Sprunganzug und ein Helm. Am Rücken trägt er den Karbon-Flügel, eine Sauerstoffflasche und seinen Fallschirm. Baumgartner beschleunigt auf eine Geschwindigkeit von 354 Kilometer pro Stunde und absolviert den 35 Kilometer langen freien Fall nach Calais in Frankreich in sechs Minuten.

Längst nicht alles legal

Nicht alle Aktionen des Salzburgers waren legal, oftmals fehlte die Genehmigung für seine Sprünge. So wurde er beispielsweise nach einem Brückensprung im Jahr 2004 in Panama vorübergehend festgenommen.

Baumgartner war nominiert für den World Sports Award und in zwei Kategorien für den NEA Extreme Sports Award. Der 43-Jährige ist Botschafter für die Non-Profit-Organisation Wings for Life, die Rückenmarkforschung betreibt. Der lizenzierte Gasballon-Pilot hat sich außerdem als Inhaber der privaten Hubschrauberlizenz für Österreich und die USA sowie der europäischen Hubschrauberlizenz für kommerzielle Zwecke viele seiner Kindheitsträume erfüllt. Sollte die Red-Bull-Stratos-Mission erfolgreich sein und Baumgartner die Schallmauer durchbrechen, wird er seine jugendlichen Träumereien damit sogar übertreffen.

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