Dritter Corona-Fall in Vorarlberg

Österreichweit haben sich 140 Personen angesteckt. Die Zahl erhöhte sich zu Wochenbeginn deutlich.  AFP

Österreichweit haben sich 140 Personen angesteckt. Die Zahl erhöhte sich zu Wochenbeginn deutlich.  AFP

Ehefrau des erkrankten Dornbirners positiv getestet. Familie befindet sich in häuslicher Isolation.

dornbirn Das neue Coronavirus zieht weitere Kreise. Nachdem in den vergangenen Tagen bekannt geworden war, dass ein 30-jähriger Mellauer und ein 49-jähriger Dornbirner erkrankt sind, kam am Montag die nächste Hiobsbotschaft. Die Ehefrau des Dornbirners hat sich ebenfalls angesteckt, informierte die Landessanitätsdirektion. Die gesamte Familie befindet sich bereits in häuslicher Isolation. Nun müssen auch die Kontaktpersonen der Frau ausfindig gemacht werden. Die Erhebungen sind derzeit im Gange.

Mann besuchte Südtirol

Der 49-jährige Dornbirner dürfte sich aller Wahrscheinlichkeit nach in Südtirol mit dem neuartigen Virus angesteckt haben. Die Region gehört zwar nicht zu den Sperrzonen, doch zuletzt ist die Zahl der Infizierten dort stark angestiegen. Italien gilt überhaupt als das am stärksten betroffene Land Europas. Nach seiner Rückkehr nach Vorarlberg trat bei dem Mann Husten auf. Er wandte sich an die Gesundheitshotline 1450, anschließend wurden gleich Proben genommen und im Landeskrankenhaus Feldkirch ausgewertet. Am Sonntag lag dann das positive Testergebnis vor. Seine Familie hat ihn nicht nach Südtirol begleitet. Die Ehefrau habe allerdings ebenfalls Symptome gezeigt und sei dann routinemäßig getestet worden, wie Landessanitätsdirektor Wolfgang Grabher auf VN-Anfrage mitteilte. Am Montag stand schließlich fest: Auch sie hat sich mit dem Virus angesteckt.

Die Kinder bleiben trotzdem in der Familie, erklärt Grabher. „Eine Testung erfolgt erst, wenn sie Symptome zeigen.“ Meistens würden Kinder aber keine schweren Verläufe zeigen.

16 positive Ergebnisse in Tirol

Die erste Person, die in Vorarlberg positiv auf die neue Krankheit getestet wurde, war ein 30-jähriger Mellauer. Er hat sich wohl in Wien angesteckt. Er war zunächst vorsorglich im Landeskrankenhaus Hohenems untergebracht, durfte das Spital aber schon wieder am Montag in die häusliche Isolierung verlassen. Insgesamt sind in Vorarlberg bisher 129 Verdachtsfälle aufgetreten. Neben den drei positiven Ergebnissen fielen 107 Tests negativ aus. 19 Proben müssen noch abgeklärt werden. In ganz Österreich stieg die Zahl der Infizierten zu Wochenbeginn deutlich von 112 auf 140 Personen an. Die meisten Fälle gab es mit 36 Betroffenen in Niederösterreich, gefolgt von 35 in der Bundeshauptstadt. Allein im benachbarten Bundesland Tirol lagen 16 neue positive Testergebnisse vor. Bei 15 Fällen gibt es einen unmittelbaren Zusammenhang zu einem 36-jährigen Barkeeper aus Norwegen, der vergangene Woche im Bezirk Landeck positiv auf das Virus getestet worden war, teilte das Land Tirol mit. Derzeit sind in dem Bundesland 23 Personen an dem Virus erkrankt.

Feierlichkeiten abgesagt

Die Sorge vor einer Ansteckung führt unterdessen zu immer mehr Veranstaltungsabsagen, auch in Vorarlberg: Nach umfangreichen Bauarbeiten wäre heute, Dienstag, eigentlich die Eröffnung der neuen Räumlichkeiten für die Geburtshilfe und Kinderintensivstation im Landeskrankenhaus Feldkirch geplant gewesen. Doch das Coronavirus machte dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung. Die Feierlichkeiten wurden vorsorglich abgesagt. Auch der für 17. März geplante MedKonkret-Vortrag zur Transplantationsmedizin kann nicht stattfinden. Derzeit wird noch nach einem Ersatztermin gesucht.

„Die Testung der Kinder des Ehepaares erfolgt erst, wenn sie auch Symptome zeigen.“

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