Weckruf zum Weltfrauentag

Weltweit gehen Frauen zum Weltfrauentag am 8. März auf die Straße, um für mehr Gleichberechtigung zu kämpfen. AFP

Weltweit gehen Frauen zum Weltfrauentag am 8. März auf die Straße, um für mehr Gleichberechtigung zu kämpfen. AFP

Weniger Einkommen, weniger Führungspositionen, weniger politische Präsenz.

Wien Die volle Gleichstellung von Frauen ist noch lange nicht Realität. Weder sozial noch politisch und schon gar nicht wirtschaftlich. Daran erinnert der Weltfrauentag am 8. März. Noch immer verdienen Frauen in Österreich weniger als Männer, unter anderem weil sie häufiger Teilzeit oder in schlechter bezahlten Berufen arbeiten. Mit Merkmalen wie Branche, Bildungsniveau oder Dauer der Unternehmenszugehörigkeit können die Lohnunterschiede aber nur zum Teil erklärt werden. Laut Statistik Austria bleibt die Hälfte der Einkommensdifferenz unergründlich.

Ruf nach Einkommenstransparenz

Die Bundesregierung führt nun ein Gütesiegel für Betriebe ein, die gleichen Lohn für gleiche Arbeit sowie Maßnahmen zur Frauenförderung und Einkommenstransparenz vorweisen. Die Arbeiterkammer fordert, Arbeitnehmern in ihren Betrieben Einblick zu geben, wer wie viel verdient.

Ist die Erwerbslaufbahn zu Ende, sind besonders Pensionistinnen von Altersarmut bedroht. Ihre durchschnittliche Alterspension liegt aktuell fast 50 Prozent unter jener von Männern. 

Das Institut Agenda Austria führt die Einkommensunterschiede vor allem auf die Kindererziehung zurück. Es überrascht also nicht, dass von allen Seiten mehr Kinderbetreuungsplätze gefordert werden. Neos und ÖVP treten dafür ein, die Pensionsbeiträge bis zu einem gewissen Alter ihres Kindes auf beide Eltern automatisch aufzuteilen. Die freiwillige Variante wird bis dato kaum in Anspruch genommen. Die Führungspositionen bleiben in der Wirtschaft männerdominiert. Auch in der Politik bleiben Frauen – trotz zahlreicher Fortschritte – noch unterrepräsentiert. Das trifft vor allem auf Gemeindeebene zu. Den 2096 Kommunen in Österreich stehen 181 Bürgermeisterinnen vor. Das sind 8,6 Prozent. Im EU-Vergleich ist das äußerst bescheiden. Hier sind 15,4 Prozent der Ortsvorsteher weiblich.

Der Aufholbedarf ist also groß. Der Weltfrauentag macht darauf aufmerksam. Der 8. März ist auch Aufschrei, dass der Gewaltschutz ausgebaut gehört. Denn alleine heuer wurden in Österreich sechs Frauen getötet. 2019 waren es 34. Die Täter stammten meist aus ihrem engsten Umfeld. VN-ebi

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