Die Analyse. Kathrin Stainer-Hämmerle

„Es ging darum, die Bühne gut zu nutzen“

EU-Wahl Als aufmerksame Zuhörerin saß auch VN-Kommentatorin Kathrin Stainer-Hämmerle im Publikum. Das große Zuschauerinteresse an der EU und der bevorstehenden Wahl ist ihrer Ansicht nach den nicht enden wollenden Diskussionen um den Brexit geschuldet. „Das macht vielen die Vorteile einer Mitgliedschaft wieder bewusster“, meint Stainer-Hämmerle. Auch die attraktive Runde mit allen Spitzenkandidaten sei wohl ein Anreiz gewesen. Wirklich Neues war laut der Politologin nicht zu erwarten. „Es ging darum, die Bühne gut zu nutzen für Bilder und Worte, die letztlich hängenbleiben“, erklärte Stainer-Hämmerle. Am besten in Szene zu setzten vermochten sich ihrer Einschätzung nach die Neos-Vertreterin Claudia Gamon und Petra Steger von der FPÖ, die Harald Vilimsky vertrat. Gamon sei mit Themen wie Jugend und Digitalisierung, die die anderen ausgelassen hätten, am weitesten in ihren Visionen gegangen. Im Vergleich dazu habe Steger mit Begriffen wie Migration und Terroristen, die ins Land gekommen sind, verlässlich ihre Kernwählerschaft bedient. „Sie hat die Parteiagenden akribisch abgearbeitet“, so Stainer-Hämmerle. Den für sie stimmigsten Eindruck lieferte Othmar Karas ab, der seit 1999 für die ÖVP im EU-Parlament sitzt. Er ließ sich auch durch Angriffe der Opposition auf die Arbeit der Regierungsparteien nicht sonderlich aus der Ruhe bringen. Am wenigsten beeindruckt zeigte sich Kathrin Stainer-Hämmerle von den Auftritten des Grünen-Mandatars Werner Kogler sowie des SPÖ-Vertreters Andreas Schieder. An ihm krtisierte Stainer-Hämmerle, dass seine Ausführungen zur Sozialunion viel zu allgemein ausgefallen sind. Kogler wiederum bezeichnete sie als Meister der Schachtelsätze. „Er war oft nur schwer verständlich.“ Außerdem bemängelte sie das Fehlen konkreter Aussagen über Maßnahmen zum Klima- und Umweltschutz, also genau jenen Themen, die sich die Grünen auf die Fahnen geheftet haben. Das sei schon überraschend gewesen.

Johannes Voggenhuber hat sich nach Meinung der Politologin zwar ganz ordentlich in Szene gesetzt, mehr aber auch nicht. Zu Claudia Gamon vermerkte Kathrin Stainer-Hämmerle noch positiv an, dass sie keinen ihrer Konkurrenten um einen Platz im EU-Parlament verbal angegriffen hat. Andere Diskussionsteilnehmer zeigten sich diesbezüglich weniger zimperlich.

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