Maduro macht Grenzen dicht

Venezolanische Nationalgardisten bewachen die Grenze zu Brasilien. Niemand darf auf die andere Seite.  reuters

Venezolanische Nationalgardisten bewachen die Grenze zu Brasilien. Niemand darf auf die andere Seite.  reuters

Staatschef und Oppositionsführer tragen ihren Machtkampf auch auf Konzertbühnen aus.

caracas Der Machtkampf in Venezuela zwischen Opposition und Regierung spitzt sich weiter zu. Derzeit kommt es an den Grenzen zu Kolumbien und Brasilien zu einem Kräftemessen zwischen Staatschef Nicolás Maduro und Oppositionsführer Juan Guaidó.

Die Schließung der südlichen Grenze zu Brasilien hat Maduro bereits am Donnerstag angeordnet. Damit will er verhindern, dass von den USA bereitgestellte und von der Opposition geforderte Hilfslieferungen ins Land gelangen. Zu groß ist seine Angst, durch die Hilfe aus dem Ausland könnte seine Macht untergraben und er gestürzt werden.

Maduro hat schon mehrmals betont, sein Land brauche keine Güter aus dem Ausland. Dabei steckt Venezuela in einer tiefen wirtschaftlichen und politischen Krise. Das einst reiche Land kann kaum noch Lebensmittel, Medikamente und Dinge des täglichen Bedarfs einführen. Viele Menschen hungern, Krankheiten breiten sich aus und über drei Millionen Venezolaner haben ihre Heimat bereits verlassen.

Am Freitag kam es an der Grenze zu Brasilien zu Auseinandersetzungen zwischen bewaffneten venezolanischen Streitkräften und der indigenen Bevölkerung, bei denen eine Frau getötet wurde. Dies berichteten die Parlamentarier Américo De Grazia und Ángel Medina.

In den Morgenstunden habe es eine Schießerei gegeben, bei der 15 Personen zum Teil schwer verletzt wurden, informierte De Grazia. Nur drei davon seien ins Krankenhaus von Santa Elena de Uairén (in Bolívar) gebracht worden, da es weder Benzin noch Krankenwagen gebe, um die anderen Verletzten zu transportieren. Die tote Frau, Zoraida Rodríguez, soll eine Verkäuferin aus der Gemeinde Kumaracupay gewesen sein, wo die Auseinandersetzungen stattgefunden haben. Die Verletzten seien Männer, hieß es.

Guaidó hat seine Anhänger aufgerufen, die in der kolumbianischen Grenzstadt Cúcuta gelagerten Hilfsgüter ins Land zu schaffen. So machten sich am Freitag Tausende freiwillige Helfer zur Grenze zwischen Kolumbien und Venezuela auf. Maduro, der zwischenzeitlich auch die Grenze zu Kolumbien dicht machen ließ, wies die Streitkräfte an, die Lieferungen nicht passieren zu lassen. Guaidó hingegen rief die Soldaten dazu auf, den Befehl zu ignorieren.

Militär hinter Maduro

Juan Guaidó hat sich am 23. Jänner selbst zum Interimspräsidenten Venezuelas erklärt. Er wird mittlerweile von den USA und 50 anderen Staaten unterstützt, darunter Österreich. Doch bislang ist es Gaidó nicht gelungen, die  venezolanishen Streitkräfte von sich zu überzeugen. Noch, so scheint es, wendet sich das Militär nicht von Maduro ab.

Machtkampf auf Bühnen

caracas Juan Guaiadó und Nicolás Maduro tragen ihren Machtkampf auch auf Konzertbühnen aus. Am Freitag haben Tausende Menschen bei dem Benefizkonzert „Venezuela Aid Live“ in der kolumbianischen Grenzstadt Cúcuta bekannten Musikern zugejubelt. Mit dem Konzert wollen der britische Milliardär Richard Branson und die venezolanische Opposition zehn Millionen US-Dollar an Spenden für humanitäre Hilfe für Venezuela einsammeln. Mit weiteren staatlichen Hilfszusagen sollen innerhalb von 60 Tagen bis zu insgesamt 100 Millionen Dollar (88,07 Mio. Euro) zusammenkommen. Etwa 300 Meter entfernt geht als Gegenkonzert Maduros dreitägiges Musikfestival „Hände Weg von Venezuela“ über die Bühne.

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