„An dieser Situation ist Merkel schuld“

Für den London-Lustenauer Erik Hagen gibt es Erklärungen für das Chaos.

London Er lebt seit 51 Jahren in London, hat aber „Gott sei Dank“ neben dem britischen Pass auch noch einen österreichischen. „Natürlich ist diese Situation alles andere als angenehm“, sagt Erik Hagen (69). Der als Teenager ins Vereinigte Königreich ausgewanderte erfolgreiche Geschäftsmann glaubt jedoch zu wissen, wer am Brexit-Desaster schuld ist: „Es ist für mich die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie hat circa eine Woche vor dem Referendum mit der Türkei über einen EU-Beitritt verhandelt. Das hat die EU-kritische Presse damals ausgeschlachtet und geschrieben: ‚Sollen wir bald weitere 75 Millionen Muslime als mögliche Einwanderer bekommen?‘ Das hat seine Wirkung nicht verfehlt.“

Ungewisse Zukunft

Erik Hagen, der als Kaufmann mit Textil-Accessoires handelt und im Vereinigten Königreich den vielbegehrten „Queens Award for international exports“ erhielt, gibt aber auch David Cameron an der Misere schuld. „So eine wichtige Frage hätte man nicht einfach dem Volk als Referendum vorwerfen sollen“, ist Hagen überzeugt. 

Wie es mit seinem Geschäften weitergeht, weiß Hagen nicht. „Es wird sich herausstellen, welche Hindernisse sich im Warenverkehr auftun werden. Läuft es so weiter wie bisher, dann ist es gut. Wenn nicht, dann wird es natürlich unangenehm.“ Der Brexit hat den London-Lustenauer dazu gebracht, sich von der Politik abzuwenden. „Es sind auf allen Seiten zu viele Unehrliche am Werk“, beklagt Hagen.

Er schließt nicht aus, sogar wieder in seine Heimat zurückzukehren. „Es ist gut zu wissen, dass man verschiedene Möglichkeiten hat.“

Was er betrüblich findet: „Diese Situation wäre zu verhindern gewesen. Europa ist vor allem im Osten zu schnell gewachsen. Die Grenzkontrollen wurden vernachlässigt. Natürlich hat man in England diese Entwicklungen beobachtet, was die Stimmung beeinflusst hat.“

In der jetzigen Situation wäre Hagen am liebsten, es gäbe ein zweites Referendum. Aber auch bei diesem, so befürchtet er, wäre der Ausgang ungewiss. VN-HK

„Ein zweites Referendum wäre das beste. Aber auch dann wäre der Ausgang ungewiss.“

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