Krankenstand als Kostenfaktor

Die Österreicher sind pro Jahr zwischen zwölf und 13 Tagen im Krankenstand. APA

Die Österreicher sind pro Jahr zwischen zwölf und 13 Tagen im Krankenstand. APA

2015 gaben Betriebe und öffentliche Hand 3,5 Milliarden aus.

Wien Rund 5700 Krankenstands-Fälle werden jedes Jahr von der Vorarlberger Gebietskrankenkasse unter die Lupe genommen. Derzeit prüft die VGKK nach Stichproben, bei Meldungen des Arbeitgebers oder wenn ein deutlicher Verdacht sichtbar wird. Laut Herbert Seethaler von der VGKK-Leistungsabteilung wäre eine Software hilfreich, die Auffälligkeiten systematisch filtert. Das glauben auch ÖVP und FPÖ, die nun eine Fahndung nach Krankenstandmissbrauch einleiten wollen. Bisher gibt es keine gesetzliche Grundlage dafür, begründet das Sozialministerium den Vorstoß. Die Kassen prüfen je nach Ermessen. Details zum Gesetzesentwurf sind offen. Darin wird lediglich festgehalten, dass die Kassen das „Risiko- und Auffälligkeitsanalyse-Tool“ (RAD) zur Prüfung der Versicherten heranziehen müssen. Bis dato ist die RAD-Kontrolle nur bei Dienstgebern gesetzlich geregelt. 

Konkrete Zahlen zu Krankenstandmissbrauch gibt es laut Ministerium nicht. Generell zeigt sich aber, dass die Zahl der Krankenstandstage pro Kopf und Jahr rückläufig ist. Meldete sich ein Arbeitnehmer 1990 durchschnittlich 15,2 Tage krank und im Jahr 2000 14,4 Tage, schwankt die Zahl in den vergangenen zehn Jahren zwischen zwölf und 13,2 Krankenstandtagen. Diese stellen aber nicht nur eine Belastung für die Beschäftigten dar, sondern auch einen Kostenfaktor. Laut Fehlzeitreport des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) stammt das jüngste Datenmaterial dazu aus 2015. Damals lag der durchschnittliche Krankenstand bei 12,7 Tagen. Arbeitgeber leisteten dafür 2,8 Milliarden Euro an Entgeltfortzahlungen, die Sozialversicherungen 685 Millionen für Krankengeld. Das ergibt ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Indirekte Kosten von Produktionsrückgängen bis zu Kosten für Ersatzarbeitskräfte sind darin nicht enthalten. Diese seien auch nicht direkt zu quantifizieren, heißt es im Wifo. Seine Schätzungen belaufen sich aber auf Kosten in Höhe von 0,8 bis 1,6 Prozent des BIP. VN-ebi

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