Pinke Flügelheber als Symbol

29. September 2013: Strolz führte Neos in den Nationalrat.

29. September 2013: Strolz führte Neos in den Nationalrat.

Matthias Strolz wäre gerne Bildungsminister geworden.

Wien Wenn ein Politikerjahr wirklich sieben Menschenjahren entspricht, wie es heißt, dann hat Matthias Strolz recht lange durchgehalten. Am 10. Juni 1973 in Bludenz geboren und in Wald am Arlberg aufgewachsen, war der Gymnasiast (BG Bludenz) schon mit 17 Landesschulsprecher. Während des Studiums in Innsbruck stieg er zum Vorsitzenden der Hochschülerschaft auf. Dann kam er in die Bundespolitik. Und zwar als Mitarbeiter des Nationalratsabgeordneten Karlheinz Kopf. In dessen Volkspartei engagierte er sich in der Perspektivengruppe. Diese bemühte sich unter Josef Pröll um eine Erneuerung der ÖVP, scheiterte jedoch. Womit eins zum anderen führte: 2012 gründete Strolz mit Gleichgesinnten eine eigene Partei, die Neos. Als deren Chef verkündete er gestern seinen Rücktritt. Die Aufbauphase der Partei sei vorbei, erklärte der heute 44-Jährige: Tatsächlich hat er die Neos 2013 in den Nationalrat geführt und 2017 dort gehalten. Das täuscht jedoch darüber hinweg, dass sie sich in Mühen der Ebene befindet, die sich ziehen könnten: Vor zwei Jahren gab es Gespräche mit dem nunmehrigen Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) über die Gründung einer Plattform, die Österreich aufbrechen sollte, wie es „En Marche!“ von Staatspräsident Emmanuel Macron in Frankreich tut. Laut Strolz war Kurz allerdings nicht bereit dazu.

Zu seiner gestrigen Abschiedserklärung hatte ihm eine seiner drei Töchter pinke „Flügelheber“ mitgegeben. Das ist ein Symbol für seine Agenda: An Schulen gehe es darum, jedem Kind „die Flügel zu heben“ und die Talente zu fördern, erklärte er. Zur Umsetzung wäre er gerne Bildungsminister geworden. Doch dann kam Schwarz-Blau und er musste sich weiter mit der Oppositionsrolle begnügen.

Seine Zukunft lässt Strolz offen. Immerhin hat er aber auch schon Karriere außerhalb der Politik gemacht; mit einem Beratungsunternehmen für Organisationsentwicklung in den 2000ern nämlich. JOH

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