Ein Grüner erobert den Innsbrucker Bürgermeistersessel

So sehen Sieger aus: Christine Oppitz-Plörer applaudiert ihrem Nachfolger Georg Willi, der mit seinem Sieg der Grünbewegung wieder Leben einhauchte. apa

So sehen Sieger aus: Christine Oppitz-Plörer applaudiert ihrem Nachfolger Georg Willi, der mit seinem Sieg der Grünbewegung wieder Leben einhauchte. apa

Georg Willi schlägt in Stichwahl die bisherige Stadtchefin.

innsbruck Der nächste Bürgermeister von Innsbruck heißt Georg Willi. Der 59-Jährige wird damit der erste grüne Bürgermeister einer Landeshauptstadt. Er ging mit 52,9 Prozent der Stimmen aus der Stichwahl hervor, die bisherige Stadtchefin Christine Oppitz-Plörer (Für Innsbruck) zog mit 47,09 Prozent den Kürzeren. Willi zeigte sich kurz nach Verkündung des Wahlergebnisses überglücklich. „Es ist etwas entstanden, was ich nicht geglaubt habe“, sagte er vor zahlreichen Journalisten im Rathaus. Er kündigte an, am Dienstag mit Sondierungsgesprächen zu beginnen. Kommende Woche sollen dann die Koalitionsverhandlungen starten. „Ich hoffe, dass wir relativ bald eine stabile Regierung bilden können“, so der strahlende Wahlsieger, der auf die konstituierende Sitzung des Gemeinderats am 24. Mai verwies. Einmal mehr schloss das Polit-Urgestein aus, die FPÖ in der Stadtregierung haben zu wollen. FPÖ-Frontmann Rudi Federspiel solle eine wichtige Kontrollfunktion einnehmen. Zudem stehe sein Angebot an Christine Oppitz-Plörer, das Amt der Vizebürgermeisterin zu bekleiden.

Willi sah die Bürgermeisterdirektwahl „eher als Persönlichkeitswahl“. Die Wahl sei aber ein klares Zeichen, dass „es mit den Grünen wieder aufwärtsgeht“. Kurz vor Bekanntgabe des Ergebnisses hatte sich Oppitz-Plörer im Mediengetümmel an Willi gewandt: „Ich gratuliere dir, wünsche dir alles Gute und eine gute Hand.“ Dann entschwand sie sichtlich mitgenommen aus dem Rathaussaal.

Georg Willi gilt als Prototyp eines bürgerlichen Grünen. Der heimatverbundene Realo, der über den Tellerrand hinausblickt: Diese Rolle exerzierte er auch in diesem Wahlkampf in Perfektion. Willi war über die Jahre – nicht zuletzt ob seiner vom politischen Freund wie Feind attestierten Sachkompetenz – zum bekanntesten Gesicht der Öko-Partei in Tirol avanciert.

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