Macron wirbt bei Trump für den Iran-Deal

Emmanuel Macron sowie Donald Trump demonstrieren Einigkeit. Trotzdem sind Differenzen nicht zu übersehen. AFP

Emmanuel Macron sowie Donald Trump demonstrieren Einigkeit. Trotzdem sind Differenzen nicht zu übersehen. AFP

US-Präsident empfängt Frankreichs Staatschef als ersten Staatsgast.

washington Zum ersten Staatsbesuch seiner Amtszeit hat US-Präsident Donald Trump seinen französischen Kollegen Emmanuel Macron mit militärischen Ehren vor dem Weißen Haus begrüßt. Unter grauem Himmel ließ Trump am Dienstag für Macron eine farbenprächtige Zeremonie ausrichten. Macrons Besuch lege Zeugnis ab für die Freundschaft, die beide Länder verbinde, sagte Trump. Frankreich sei der älteste Alliierte der USA. Man sei tief verbunden durch das gemeinsame Band der Geschichte und des Schicksals.

„Amerika bedeutet für mein Land endlose Möglichkeiten“, sagte Macron. „Mein Land teilt mit dem Ihren ein Ideal der Freiheit und des Friedens.“ Es sei sehr wichtig, im Kampf gegen die Krisen in der Welt zusammenzustehen. Europa und die USA hätten eine „Verabredung mit der Geschichte“, die es einzuhalten gelte.

Scharfe Kritik an Teheran

Nach der Begrüßung zogen sich die Präsidenten und ihre Delegationen zu politischen Gesprächen ins Weiße Haus zurück. Thema war unter anderem das Atomabkommen mit dem Iran. Macron will Trump davon überzeugen, den Deal im Mai nicht platzen zu lassen. Kurz vor seiner Visite hatte der französische Präsident in einem Fernsehinterview gewarnt, die Vereinbarung solle nicht aufgekündigt werden, solange es keine bessere Option gebe. Er sagte auch, für den Fall eines Ausstiegs der USA verfüge er über „keinen Plan B“.

Der US-Präsident wiederholte am Dienstag allerdings seine scharfe Kritik. Der Atomdeal sei eine schreckliche und verrückte Vereinbarung und ein „Desaster.“ Sollte der Iran das Nuklearprogramm wieder aufnehmen, werde das Land  „größere Probleme als jemals zuvor“ haben, sprach Trump sogar eine Drohung aus.

Mit Blick auf den Welthandel hatte Frankreich zuletzt deutlich gemacht, dass die EU-Länder nicht einerseits mit US-Strafzöllen belegt werden dürften, andererseits aber als Partner der USA im Kampf gegen unredliche Praktiken in China auftreten sollten.

Baum gepflanzt

Macron war am Montag in den USA eingetroffen. Am Abend hatte das Ehepaar Trump ein privates Abendessen für das Ehepaar Macron gegeben. Am Mittwoch hält Macron eine Rede vor Senat und Abgeordnetenhaus. Eine ähnliche Ehre war 1960 dem damaligen französischen Präsidenten Charles de Gaulle zuteil geworden. Nach seiner Ankunft hatten Trump und Macron im Garten des Weißen Hauses einen Eichenbaum gepflanzt. Die Steineiche stammt aus einem Wald im französischen Aisne, wo zum Ende des Ersten Weltkriegs Tausende US-Soldaten ihr Leben gelassen hatten. Am Freitag wird mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel die nächste hochrangige Politikerin aus einem EU-Land zu einem Besuch in Washington erwartet.

„Mein Land teilt mit dem Ihren ein Ideal der Freiheit und des Friedens.“

Artikel 1 von 1
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Per E-Mail teilen
Entdecken Sie die VN in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.