Terroranschlag im Herzen Barcelonas

Lieferwagen rast in der katalanischen Metropole in eine Menschenmenge. Mindestens zwölf Todesopfer.

barcelona. Bei einem islamistischen Terroranschlag mit einem Lieferwagen sind auf Barcelonas berühmter Flaniermeile Las Ramblas mindestens zwölf Menschen getötet worden. Etwa 80 weitere Menschen wurden am Donnerstag nach Angaben der katalanischen Regionalregierung verletzt, nachdem ein Lieferwagen mit hohem Tempo in eine Menschenmenge gerast war. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte den Anschlag laut ihrem Sprachrohr Amak für sich.

Zwei Verdächtige wurden noch am Abend von der spanischen Polizei verhaftet. Laut dem katalanischen Fernsehsender TV3 ist ein Verdächtiger tot – dies wurde aber noch nicht bestätigt. Der Innenminister der Regionalregierung, Joaquim Forn, sprach von mindestens 13 Toten, der katalanische Regierungschef Carles Puigdemont von mindestens zwölf Opfern. Ob auch Österreicher darunter waren, blieb vorerst unklar. „Die Demokratie wird den Terrorismus und die Barbarei überall dort besiegen, wo diese stattfinden“, sagte Puigdemont. „Katalonien ist immer ein Land des Friedens und der Aufnahme gewesen, und wir werden uns nicht kleinkriegen lassen“, ergänzte er.

Amak: Mehrere Täter

Nach Angaben des IS-Sprachrohrs Amak waren mehrere Täter an dem Anschlag beteiligt. Sie seien „Soldaten des Islamischen Staates“, meldete Amak. Sie hätten mit der Operation auf Aufrufe reagiert, die Staaten der „internationalen Koalition“ anzugreifen. Die Echtheit der Nachricht ließ sich zunächst nicht verifizieren.

Der Erklärung von Amak waren Lobpreisungen von IS-Anhängern in sozialen Netzwerken vorausgegangen, wie die auf dschihadistische Propaganda spezialisierte Site Intelligence Group berichtete. Dies sei möglicherweise ein Hinweis darauf, dass die Gruppe vorab von dem Anschlagsplan gewusst habe.

Bei einem der Festgenommenen handelt es sich nach Medienberichten um einen Mann, der in einer Stadt nördlich von Barcelona gemeldet ist. Er komme aus Marseille und habe nordafrikanische Wurzeln, berichteten die katalanische Zeitung „La Vanguardia“ und das staatliche Fernsehen TVE unter Berufung auf Polizeikreise.

Fotos aus Barcelona zeigten Leichen am Straßenrand. Augenzeugen berichteten, das Fahrzeug sei mit hohem Tempo auf die Promenade im Zentrum der Stadt gefahren. Ein Tourist sagte, das Fahrzeug fuhr Zickzack, „um ein Maximum an Fußgängern zu erwischen“.

Viele Menschen hätten geschrien und sich in Hauseingängen wie Geschäften in Sicherheit gebracht, berichteten Augenzeugen. Ein deutscher Tourist sagte, es sei wie in einer „Kriegszone“ gewesen. „Polizisten mit Maschinengewehren und Gewehren im Anschlag kamen in der Straße auf mich zu gerannt.“ Der Verkehr im Zentrum der Stadt sei zusammengebrochen. Die Geschäfte auf der Flaniermeile hätten geschlossen und ihre Fensterläden heruntergelassen.

Augenzeugen sprachen im staatlichen spanischen Fernsehen von einem Einzeltäter, der Anfang 20 gewesen sein soll. Der weiße Lieferwagen sei ungebremst mit etwa 80 Stundenkilometern in die Menge gerast. Der Fahrer des Lieferwagens soll ein Mann von etwa 1,70 Meter Größe gewesen sein und ein weißes Hemd mit blauen Streifen getragen haben, wie die Zeitung „El Periódico de Catalunya“ berichtete.

Ob es sich bei einem
der von der Polizei festgenommenen Männer um den Fahrer des Lieferwagens gehandelt habe, blieb zunächst offen.

<p class="caption">Bilder des Entsetzens: Die Extremisten schlugen auf der berühmten Flaniermeile Las Ramblas zu. Wie in einer „Kriegszone“ sei es gewesen, berichtete ein Augenzeuge.  Foto: AP</p>

Bilder des Entsetzens: Die Extremisten schlugen auf der berühmten Flaniermeile Las Ramblas zu. Wie in einer „Kriegszone“ sei es gewesen, berichtete ein Augenzeuge.  Foto: AP

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