Doppelspitze für die EU und gegen die Rechten

von Birgit Entner Aus Wien
Bundesgeschäftsführer Luschnik mit der Grünen-Spitzenkandidatin Lunacek und der designierten Parteichefin Felipe (v.l.).  APA

Bundesgeschäftsführer Luschnik mit der Grünen-Spitzenkandidatin Lunacek und der designierten Parteichefin Felipe (v.l.).  APA

Neuaufstellung der Grünen: Felipe übernimmt die Partei, Lunacek den Wahlkampf. 

Wien. Die Zeit drängt. Das wissen auch die Grünen. Ihnen steht ein fünf Monate langer Wahlkampf bevor. Mit Eva Glawischnig ging der Partei am Donnerstag allerdings die Spitzenkandidatin dafür verloren. Schon einen Tag später wurde die Nachfolge geklärt. Die EU-Parlamentarierin Ulrike Lunacek wird die Grünen in den Wahlkampf führen. Den Posten der Bundessprecherin übernimmt die Tiroler Landesrätin Ingrid Felipe. Die Ämtertrennung ist damit offiziell – vorausgesetzt die Grünen-Bundesversammlung stimmt der Entscheidung des Parteivorstands zu. 

Dass sich die Grünen für eine Doppelspitze entschieden haben, begründete Felipe mit ihren Verpflichtungen in Tirol: Einerseits als Teil der Landesregierung, andererseits wegen ihres 13-jährigen Sohnes, „der die Mutter nicht dauerhaft entschuldigen möchte“. Sie will die Grünen von Innsbruck aus koordinieren.

Mit der Ämterteilung stelle sich die Partei nun breiter auf, erklärt der Vorarlberger Grünen-Chef Johannes Rauch. Lunacek sei eine erfahrene Wahlkämpferin. Und Felipe werde die Grünen als junge, dynamische Bundessprecherin wesentlich mitgestalten. „In so einer schwierigen Situation ist das ein Glücksfall.“ Auf die Personalrochade folge nun die inhaltliche Arbeit, die ersten Treffen seien bereits kommende Woche geplant. 

Für die Grünen geht es um viel. Sie müssen sich neben dem Dreikampf zwischen FPÖ, SPÖ und ÖVP behaupten. „Beobachter von außen sagen, wir haben keine Chance. Wir sagen, wir nutzen sie“, erklärt Rauch. Lunacek möchte sich mit einem klaren Bekenntnis zu Europa von den anderen Parteien abgrenzen: „Ich will kein Österreich, das in Richtung Orban abdriftet.“ Ebenso garantiere sie, „dass es mit uns keine FPÖ in der Regierung gibt“. Während alle anderen Parteien nach rechts rutschen, blieben die Grünen die Einzigen, die „links der Mitte stehen“.

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