Pulitzer-Preis für NSA-Aufdecker

Jubel bei der „Washington Post“: Reporter Eli Saslow (r.) umarmte den Fotografen Michael Williams vor Freude über den Pulitzer-Preis. Foto: RTS
Jubel bei der „Washington Post“: Reporter Eli Saslow (r.) umarmte den Fotografen Michael Williams vor Freude über den Pulitzer-Preis. Foto: RTS

„Guardian“ und „­Washington Post“ für streitlustige Bericht­erstattung geehrt.

New York. Eindeutiger hätte das Komitee des Pulitzer-Preises nicht werden können: Die Jury verlieh den bedeutendsten Journalistenpreis jenen Zeitungen, die den Abhörskandal um den US-Geheimdienst NSA öffentlich gemacht hatten. In der wichtigsten Kategorie namens „Dienst an der Öffentlichkeit“ wurde der Preis geteilt, um sowohl die „Washington Post“ als auch den „Guardian“ ehren zu können. Letzterer habe „mit streitlustiger Berichterstattung geholfen, einen Funken an die Debatte um staatliche Überwachung und den Widerspruch zwischen Sicherheit und Privatsphäre zu legen“. Bei der „Washington Post“ ist die Begründung in einigen Teilen wortgleich. Bei ihr wurde hinzugefügt, dass das Vorzeigeblatt den Preis erhalte, weil bei der „Enthüllung der weitreichenden Überwachung durch die National Security Agency“ die „maßgeblichen und aufschlussreichen Berichte der Öffentlichkeit halfen, den größeren Rahmen zu verstehen“.

Erst am Freitag war der Journalist geehrt worden, der mit Snowdens Informationen alles ins Rollen gebracht hatte: Glenn Greenwald hatte, ebenfalls in New York, den renommierten George-Polk-Preis bekommen.

Unbekannte Journalisten

Die Pulitzer-Preise in den anderen Kategorien verschwinden dahinter fast ein bisschen. Es gibt sie auch für Sachbücher und Romane, Biografien und sogar einen für Musik. Aber das Herz der Auszeichnung sind Ehrungen für Journalisten, die keiner kennt, die für Blätter arbeiten, von denen man kaum etwas gehört hat. So deckte etwa der ausgezeichnete Chris Hamby ein Kartell aus Anwälten und Ärzten auf, die kranke Bergarbeiter um ihre Entschädigungen brachten. Zwei Reporter der „Tampa Bay Times“ aus Florida zeigten, unter welch armseligen Bedingungen Obdachlose in Wohnprojekten hausen.

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