Moskau: „Halbe Leiche NATO“ lebt

NATO-Chef Rasmussen schickt Drohung nach Moskau. reuters
NATO-Chef Rasmussen schickt Drohung nach Moskau. reuters

NATO-Generalsekretär warnt Russland vor „historischem“ Fehler.

Moskau, Brüssel. (VN) Russische Spitzenpolitiker haben die Ankündigung der NATO kritisiert, die Zusammenarbeit mit Moskau vorerst einzufrieren. Die NATO habe ihren Sinn mit dem Ende des Kalten Krieges verloren und wolle nun mit Hilfe der Ukraine-Krise frisches Blut in ihre Adern pumpen. Das sagte gestern der einflussreiche Außenpolitiker Puschkow. Es handle sich um einen Versuch, das Bündnis aus seinem Zustand als „halbe Leiche“ zu erwecken, meinte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses der Staatsduma weiter. NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat Moskau gestern vorgeworfen, eine russische Einflusssphäre im Bereich der einstigen Sowjetunion wiederherstellen zu wollen. Er sei „ernsthaft besorgt“ über die unverminderte russische Truppenpräsenz an der Grenze zur Ukraine, sagte Rasmussen am Mittwoch in Brüssel zum Ende eines Treffens der NATO-Außenminister. „Falls Russland in der Ukraine weiter einzugreifen versucht, dann zögere ich nicht, das einen historischen Fehler zu nennen“, sagte Rasmussen. „Das wäre eine Fehlkalkulation mit riesigen strategischen Folgen.“ Er forderte Russland auf, die Lage durch einen Rückzug der Truppen aus dem Grenzgebiet zu deeskalieren.

Die baltischen NATO-Mitgliedstaaten haben die geplante Verstärkung der Militärpräsenz im Osten des Bündnisgebiets begrüßt. Litauens Außenminister Linkevicius sprach gestern von einer „angemessenen“ Maßnahme, den baltischen Luftraum stärker zu überwachen. Linkevicius’ estnischer Kollege Paet forderte die NATO zu einer „langfristigen und dauerhaften Präsenz von alliierten Truppen“ in der Region auf. Auch Außenminister Rinkevics aus Lettland betonte: „Es sollte eine angemessene NATO-Präsenz in allen baltischen Staaten geben.“

Ukraine strukturiert um

Laut zuverlässigen Quellen aus dem Umfeld der ukrainischen Regierung hat der neue Verteidigungsminister Kowal die vorzeitige Entlassung von 700 Offiziersanwärtern an der nationalen Verteidigungsakademie der Ukraine angeordnet, um die Truppenzahlen an der Front zu Russland mit sofortiger Wirkung zu erhöhen.

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