Israel greift Syrien an

Tägliches Leid: Soldaten trauern um Kameraden, die bei Kämpfen in Damaskus gefallen sind. Foto: Reuters
Tägliches Leid: Soldaten trauern um Kameraden, die bei Kämpfen in Damaskus gefallen sind. Foto: Reuters

Bürgerkriegsland droht mit einem Gegenschlag „zur rechten Zeit auf die richtige Art“.

Damaskus. Nach zwei israelischen Angriffen auf Syrien wächst die Angst vor einem Flächenbrand in der Region: Der syrische Vize-Außenminister Faisal al-Mekdad bezeichnete die Angriffe gestern gegenüber CNN als „Kriegserklärung“. Die Attacken zeigten die Allianz der islamistischen Aufständischen mit Israel. Syrien werde zur rechten Zeit und auf die richtige Art antworten. Im syrischen Staatsfernsehen hieß es: „Die neue israelische Attacke ist ein Versuch, die Moral der Terroristengruppen (Rebellen, Anm.) zu heben, die nach Schlägen unserer stolzen Armee erzitterten.“

Mehrere Raketen hätten in der Nacht auf gestern den militärischen Forschungskomplex Jamraja nordwestlich der Hauptstadt getroffen, meldeten syrische und israelische Quellen übereinstimmend. Der Hisbollah-Sender Al-Manar zeigte die Trümmer eines völlig zerstörten Gebäudes. Augenzeugen berichteten von gewaltigen Explosionen. Ein hochrangiger israelischer Verantwortlicher sagte, der Angriff habe wie bereits die Attacke am Freitag einer Lieferung iranischer Raketen für die libanesische Hisbollah-Miliz gegolten.

Der Angriff war bereits der zweite israelische Einsatz binnen drei Tagen. Am Samstag hatten die libanesischen Streitkräfte erklärt, drei Paare israelischer Kampfflugzeuge seien in der Nacht in den ­libanesischen Luftraum eingedrungen.

Waffenlieferungen diskutiert

US-Präsident Barack Obama sprach Israel das Recht zu, Waffenlieferungen an die Hisbollah zu unterbinden. Er überlasse es der israelischen Regierung, diese zu kommentieren, sagte Obama. Er glaube aber, „dass die Israelis berechtigterweise gegen den Transfer moderner Waffen an terroristische Organisationen wie die Hisbollah vorgehen müssen“. Der britische Außenminister erklärte, die israelische Attacke zeige die „steigende Gefahr für den Frieden“ in der Region. Es müsse nun das EU-Waffenembargo aufgehoben werden, um Lieferungen an syrische Rebellen zu ermöglichen. Österreich lehnt das ab.

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