Kommentar

Johannes Huber

Einheitliche Pensionen

Das Pensionssystem ist auf einem Ausgleich begründet: Lediglich zu einem Teil soll im Alter jeder so viel bekommen, wie er durch Versicherungsbeiträge eingezahlt hat. Zu einem anderen Teil werden Leistungen jedoch an jene umgeleitet, die – aus welchen Gründen auch immer – nicht genug abgeliefert haben.

Dieses System ist im Sinne des Solidargedankens bisher weitestgehend unbestritten gewesen. Durch gestaffelte Pensionsanpassungen wird es aber immer mehr infrage gestellt: Wenn höhere Pensionen – durch Anpassungen unter der Teuerungsrate – alle Jahre wieder gekürzt werden, gibt es am Ende eine einheitliche Pension für alle. Die Frage, wie viel Versicherungsbeiträge eine Person eingezahlt hat, spielt dann keine Rolle mehr. Alle bekommen gleich viel. Der Leistungsgedanke tut nichts mehr zur Sache.

Diese Entwicklung ist naturgemäß problematisch: Wozu überhaupt noch Beiträge zahlen, wenn es später einmal so oder so eine Pension gibt? Ehe niemand mehr einen Anreiz darin sieht, ist die Politik gut beraten, den Kurs zu ändern: Stärker als bisher muss der Teuerungsausgleich bei kleinen Pensionen aus Steuermitteln erfolgen, damit es auch für höhere Pensionen wieder einen Anpassungsspielraum gibt.

johannes.huber@vn.vol.at, 01/3 17 78 34-10

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