Wortbruch: Hagen zu Stronach

von Johannes Huber

Ex-BZÖ-Politiker wechselt zu neuer Partei: Dementi vom Vortag sei ihm „rausgerutscht“.

Wien. (VN-joh) Am Donnerstag hatte der Nationalratsabgeordnete Christoph Hagen auf die Frage, ob er zur neuen Partei des Austrokanadiers Frank Stronach wechsle, noch mit „Blödsinn“ geantwortet: „Ich stelle diese Frage für mich gar nicht.“ Gestern Vormittag saß er um elf Uhr im Wiener Café Landtmann und ließ sich auf einer Pressekonferenz als Neuzugang des Team Stronach präsentieren. Die Aussage, er denke nicht daran, sei ihm „rausgerutscht“, versuchte er sich zu entschuldigen.

Wechsel aus Frustration

Seinen Wechsel begründete er damit, dass er als Ex-BZÖ-Vorarlberg-Chef frustriert gewesen sei; Bundesparteiobmann Josef Bucher habe ihn und die Landesgruppe im Stich gelassen: Daher habe er von sich aus Kontakt zu Neo-Politiker Frank Stronach aufgenommen, habe mit ihm gesprochen und gesehen, „dass er es ehrlich meint, dass es ihm um die Sache geht und um nichts anderes: Das hat mir imponiert.“ Geld sei keines im Spiel gewesen: „Sicher nicht. Ich bin Polizeibeamter (Teilzeit in der Landesleitzentrale; Anm.), ich habe ausreichend Einkommen.“

„Wahrheit, Transparenz und Fairness“ lauten die Gebote von Stronach. Sein ursprüngliches Dementi, zu diesem zu wechseln, steht nach Ansicht von Hagen in keinem Widerspruch dazu: „Ich wollte zuerst meine Freunde und Angehörigen informieren, bevor ich an die Öffentlichkeit gehe. Ich finde, das ist nur fair und okay“, sagt er zu den VN.

In Vorarlberg will Hagen nun eine Stronach-Landesgruppe aufbauen. Wer dabei sein wird, will er noch nicht verraten: „Aber es werden einige sein, so viel kann ich jetzt schon sagen.“

Im Nationalrat stößt der 43-Jährige indes auf vier neue Gesinnungsfreunde, die ebenfalls schon in Stronachs Lager gewechselt sind – einer von der SPÖ, drei vom BZÖ. Noch im Oktober soll ein weiterer BZÖ-Vertreter dazu­stoßen, behaupten sie. Sollte es tatsächlich dazu kommen, können sie eine Fraktion bilden und sich zu sechst über 1,48 Millionen Euro Klubförderung pro Jahr freuen.

Bis zur Nationalratswahl im Herbst des kommenden Jahres will die Partei laut ihrem designierten Klubobmann Robert Lugar „sieben bis zehn Abgeordnete“ zusammengesammelt haben.

Die Aussage ,Ich denke nicht dran‘ ist mir rausgerutscht.

Christoph Hagen
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