Athen sieht sich schon wieder am Abgrund

Athen. Der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras warnt vor dem Zerfall der Gesellschaft, sollten die Reformen des hochverschuldeten Landes scheitern oder keine neuen Hilfskredite mehr fließen. „Die griechische Demokratie steht vor ihrer vielleicht größten Herausforderung“, sagte er dem „Handelsblatt“. Der Zusammenhalt sei durch die „steigende Arbeitslosigkeit gefährdet, so wie es gegen Ende der Weimarer Republik in Deutschland war“.

Das Geld für die laufenden Ausgaben des Staates reiche noch bis Ende November, betonte Samaras. „Dann ist die Kasse leer.“ Bisher gab es darüber unterschiedliche Angaben. Derzeit prüft die „Troika“ der internationalen Geldgeber die Fortschritte Griechenlands bei den Reformen. Von ihrem Bericht, der in diesem Monat vorgelegt werden soll, ist die Auszahlung der nächsten Notkredite abhängig.

1,5 Millionen Flüchtlinge

Samaras verteidigte das trotz Kürzungen vergleichsweise hohe Verteidigungsbudget Athens. „Wenn unsere Probleme mit der Türkei gelöst wären, könnten wir beim Militär sehr viel mehr sparen“, sagte er der Zeitung. Griechenland befinde sich in einer auch für die NATO geostrategisch wichtigen Lage. „Gleich nebenan ist der Arabische Frühling. Der unruhige Nahe Osten liegt vor unserer Tür.“ Griechenland habe bei elf Millionen Einwohnern inzwischen 1,5 Millionen illegale Einwanderer und Flüchtlinge, darunter auch aus Syrien.

Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Per E-Mail teilen
Entdecken Sie die VN in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.