VN-Fahrbericht. Porsche 911 Targa 4 und 911 Targa 4S

So modern kann Retro sein

von Michael Gasser
Porsche feiert mit dem jüngsten Targa die Wiedergeburt eines modernen Klassikers. Vom Ur-Targa ist der Retro-Bügel geblieben. Werk
Porsche feiert mit dem jüngsten Targa die Wiedergeburt eines modernen Klassikers. Vom Ur-Targa ist der Retro-Bügel geblieben. Werk

Targa-Dach im Retro-Look mit modernster Technik: Ein Klassiker kehrt zurück.

Porsche. Der 911 Targa ist zurück. Und das, obwohl er ja eigentlich nie wirklich weg war. Porsche hat sich jedoch mit der Glashaube zuletzt immer weiter von der ursprünglichen Dachkonstruktion, die 1965 debütierte, entfernt. Jetzt feiern die Deutschen „die Wiedergeburt eines modernen Klassikers“. Die Targa-Idee wurde in die Gegenwart übertragen. Geblieben ist der charakteristische breite Bügel anstelle der B-Säule. Alles andere ist neu und innovativ. Der Look also retro, die Technik super modern.

Alles vollautomatisch

Das bewegliche Dachteil über den Vordersitzen und die umlaufende Heckscheibe lassen sich auf Knopfdruck vollautomatisch hinter der Fondsitzanlage verstauen. Ein spektakuläres Schauspiel, bei dem der 911er im Stand in wenigen Sekunden zum offenen Traum wird. Schöner und moderner kann Retro gar nicht sein.

Praktischer übrigens auch nicht: Geschlossen, das haben erste Testfahrten der VN gezeigt, bietet der Targa den Geräusch-Komfort des Coupés. Und offen kommt ausreichend Frischluft in die Kabine. So gesehen ist der Targa das Beste aus zwei Welten – Coupé und Cabrio in einem.

Bisher war jeder zehnte 911er ein Targa. Mit der Neuauflage könnten es deutlich mehr werden. Die Vorteile des spannenden Dachkonzepts sind überzeugend und die Optik atemberaubend. Nachteile? Die gibt es. Wer auf der Nordschleife des Nürburgrings um Zehntelsekunden kämpft, der wird sich für die geschlossene Version entscheiden. Das liegt am Gewicht. So ist der Targa 110 Kilogramm schwerer als das Coupé und bringt immerhin 40 Kilo mehr auf die Waage als das Cabrio.

Sportler durch und durch

Das bisschen Speck auf der Hüfte lässt sich nur in den Rundenzeiten ablesen. In der Praxis auf öffentlichen Straßen ist das Mehrgewicht kein Thema. Die Performance ist 10o Prozent Porsche 911. Und das ist ein Versprechen.

Angeboten wird der Targa in zwei Modellvarianten. Der hecklastig ausgelegte PTM-Allradantrieb ist bei beiden Pflicht. Er sorgt dafür, dass die Kraft auch auf die Straße kommt. Die Kraftquellen sind ein 3,4-Liter-Boxermotor mit 350 PS (Targa 4) bzw. ein 3,8-Liter-Aggregat mit 400 PS (Targa 4S). In der sportlichsten Auslegung mit PDK-Getriebe und Sport- Chrono-Paket beschleunigt der „Einstiegs-Targa“ in 4,8 Sekunden von 0 auf 100. Die Spitze liegt bei 282 km/h. Der Targa 4S ist mit 4,4 Sekunden und einer Spitze von 296 km/h noch ein wenig schneller.

Leistung alleine ist aber längst nicht alles. Der 911er zeichnet sich durch die Fahrdynamik eines Hochleistungssportlers aus. Ganz egal ob mit Dach, ohne Dach oder eben mit Targa-Bügel: Sportlicher lassen sich Kurven kaum nehmen. Supersportlich ist auch das breite, für die Allradmodelle typische Heck ausgefallen. Ein Hingucker zu Preisen ab 136.577 Euro.

Frischluftvergnügen ohne Kompromiss.
Frischluftvergnügen ohne Kompromiss.
Vollautomatisch und innovativ: Targa-Dach.
Vollautomatisch und innovativ: Targa-Dach.

Fakten

Porsche 911 Targa

» Motoren: 3,4-Liter-Boxermotor mit 350 PS (Targa 4) bzw. 3,8-Liter- Boxermotor mit 400 PS (Targa 4S); 7-Gang-Schaltgetriebe bzw. PDK-Doppelkupplung, Allradantrieb

» Preise: ab 136.577 (Targa 4) bzw. ab 157.046 Euro (Targa 4S)

» Markteinführung: Mai

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