Wie eine Kultserie Geschichte schrieb

Archivbild aus dem Jahre 1986: Diahann Carroll, John Forsythe, Linda Evans and Joan Collins lockten als Denver Clan die Massen vor den Fernseher.  ap

Archivbild aus dem Jahre 1986: Diahann Carroll, John Forsythe, Linda Evans and Joan Collins lockten als Denver Clan die Massen vor den Fernseher.  ap

In den 80ern begeisterte „Der Denver-Clan“ viele TV-Zuschauer.

los angeles Das Biest Alexis, die lüsterne Fallon und die engelsgleiche Krystle: Die Kultserie „Der Denver-Clan“ wimmelte in den 80er-Jahren von seltsamen Figuren. Heute vor 40 Jahren lief in den USA der Pilotfilm. 

Fans aus Deutschland

„Der Denver-Clan“, das war wie „Dallas“ ohne Prolls, dafür mit mehr Sex Appeal. Am 12. Januar 1981 strahlte der US-Sender ABC die erste Folge des Dauerbrenners aus. Als das ZDF mehr als zwei Jahre später den Pilotfilm zeigte, saßen 45 Prozent der Deutschen vor dem Bildschirm.

Für viele Mitwirkende war der „Denver-Clan“ Höhepunkt ihrer Karriere. Linda Evans war Ende 30, als sie die engelsgleiche Krystle zu spielen begann. Eine Sekretärin, die den fast 25 Jahre älteren Ölmagnaten und Patriarchen Blake Carrington heiratet und in ein Netz von Intrigen stolpert. Auch mehr als drei Jahrzehnte nach dem Ende der Serie besitzt Evans in Deutschland eine treue Fangemeinde, wie sie kürzlich der Deutschen Presse-Agentur erzählte. „Ich bekomme mehr Fanpost aus Deutschland als aus jedem anderen Land Europas.“

„Das Biest Alexis“

Und die Familien-Mischpoke hatte es in sich: Setzten in der ersten Staffel noch freche Dienstboten und Blakes trotzige Tochter Fallon (immer mit sehr viel Rouge: Pamela Sue Martin) der armen Krystle zu, so betritt mit der zweiten Staffel erst die eigentliche Schurkin die Bühne: Alexis Carrington, gespielt von Joan Collins. „Das Biest Alexis“ war in den 80ern eine stehende Wendung – genau wie „der Kreml-Flieger Mathias Rust“ oder „der saure Regen“.

Die in London geborene Joan Collins hatte, als sie dazustieß, bereits viele Filme gedreht. Sie hatte etwa einen viel beachteten Gastauftritt bei „Raumschiff Enterprise“ gehabt. Das meiste andere war aber leider großer Schund gewesen – wie das Machwerk „In der Gewalt der Riesenameisen“ (1977). Im Machtkampf der Carringtons mit ihren ewigen Konkurrenten, den Colbys, wird sie dann aber zur Schlüsselfigur.

Apropos Konkurrenz: Die herrschte auch zwischen „Der Denver-Clan“ (ZDF) und „Dallas“ (Das Erste). Dabei zogen die Carringtons oft den Kürzeren. Die „Frankfurter Allgemeine“ 1983: „Wie großkapitalistisch und elegant sich diese Leute in Denver auch geben mögen, sie sind allesamt seelische Schmuddelkinder.“ In einer „Bunte“-Umfrage zeigten 2000 Bundesbürger der Serie die kalte Schulter: Dallas“ war demnach „lebensnäher“, „amerikanischer“ (das war damals ein Kompliment), „intriganter“, „spannender“ und hatte „die schöneren Frauen“ zu bieten.

Irgendwann gingen den Autoren Ende der 80er die Geschichten aus. Nach dem „Moldawien-Massaker“ von Terroristen auf der Hochzeit von Amanda und Prinz Michael, bei dem es wie durch ein Wunder nur zwei Tote gab, quälte sich „Der Denver-Clan“ noch durch mehrere Staffeln. Die Serie wurde 1989 nach 218 Folgen mehr oder weniger sang- und klanglos abgesetzt.

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