VN-Interview. Hannes Jaenicke (60), Schauspieler und Umweltschützer

„Das ist eine künstliche Welt“

Die Thriller-Serie "Mirage – Gefährliche Lügen“ mit Hannes Jaenicke wurde in Abu Dhabi gedreht.  Cineflix/Roger Arpajou

Die Thriller-Serie "Mirage – Gefährliche Lügen“ mit Hannes Jaenicke wurde in Abu Dhabi gedreht.  Cineflix/Roger Arpajou

TV-Star Hannes Jaenicke über die in Abu Dhabi gedrehte Thriller-Serie „Mirage“ und seine Tierdokumentation über bedrohte Lachse.

München Lügen, Liebe und Agenten unter heißer Sonne: In der sechsteiligen internationalen Thriller-Serie „Mirage“, die das ZDF ab 8. Juni immer montags in Doppelfolgen zeigt, werden alle Register gezogen. Mit dabei ist auch der deutsche TV-Star Hannes Jaenicke, der den Ehemann der französischen Security-Expertin Claire (Marie-Josée Croze) spielt, die in Abu Dhabi ein neues Leben beginnen will und in einen gefährlichen Spionagefall verwickelt wird.

Herr Jaenicke, für die Thriller-Serie „Mirage“ haben Sie unter anderem in der Wüstenmetropole Abu Dhabi gedreht. Wie hat es Ihnen dort gefallen? 

Jaenicke Ich muss da privat nicht hin, ehrlich gesagt. Das ist eine sehr künstliche Welt, die ich befremdlich finde. Da mache ich lieber am Chiemsee oder an der Nordsee Urlaub, aber nach Abu Dhabi würde ich nur zum Arbeiten wieder reisen.

Fährt die Polizei dort tatsächlich im Maserati durch die Gegend, wie in der Serie zu sehen?

Jaenicke Ja, das tut sie, viele Emiratis sind auch im Ferrari oder Lamborghini unterwegs. Ich habe noch selten so obszönen Reichtum gesehen wie in den Emiraten, außer in Katar vielleicht. Es ist schwer zu verstehen, wie da mit Geld und Umwelt umgegangen wird. In der Wüstenstadt Dubai steht die größte Skihalle der Welt, mehr muss man nicht wissen.

Wie ist es in der Luxusstadt Abu Dhabi um den Umweltschutz bestellt, für den Sie sich als einer von Deutschlands bekanntesten Umweltschützern besonders interessieren?

Jaenicke Als Umweltschützer sollte man nicht in die Emirate reisen. Nebst Skihalle gibt es dort, mitten in der Wüste, gigantische Wasserparks mit künstlichen Surf-Wellen. Da werden Strände künstlich aufgeschüttet und Swimmingpools künstlich gekühlt. Mich hat es sprachlos gemacht, wie dort mit Ressourcen und Natur umgegangen wird.

„Mirage“ ist eine internationale Koproduktion. In welcher Sprache wurde gedreht?

Jaenicke In Englisch, Französisch, Deutsch und Arabisch. Alle Darsteller haben ihre Muttersprache gesprochen. Mit Jeanette Hain, die auch mitspielt, habe ich deutsch gesprochen, mit meinem Filmsohn Thomas Chomel zum Beispiel französisch. Mit den anderen Darstellern wie Clive Standen aus ‚Vikings‘ wurde englisch gesprochen. Im Original gibt es also eine große Authentizität und Sprachvielfalt.

Demnächst ist von Ihnen auch wieder eine Naturdokumentation zu sehen, diesmal geht es um Lachse.

Jaenicke Genau, es geht vor allem darum, was  der Verzehr von Lachs für die Gesundheit des Verbrauchers und für die Umwelt bedeutet. Lachsfarmen sind für die Natur eine Katastrophe. Viele sagen ja, sie essen lieber Zuchtlachs, damit die Überfischung der Meere aufhört. Was die Industrie uns aber verheimlicht ist, dass überall, wo eine Lachsfarm gebaut wird, das marine Ökoystem kollabiert. 

Also am besten gar keinen Lachs mehr essen?

Jaenicke Leider ja. Wildlachs ist total überfischt, und Zuchtlachs ist ein zwar perfekt vermarktetes, aber ungesundes Produkt aus der Massentierhaltung, das eigentlich vom Markt gehört.

Welchen Fisch darf man denn vor diesem Hintergrund noch verzehren?

Jaenicke Am unbedenklichsten ist die Biozucht von Süßwasserfischen, Bio-Forelle, Bio-Zander, was auch immer. Aus dem Meer gibt es nur noch ganz wenige Fische, deren Bestand nicht gefährdet ist, und kaum welche, die nicht metallbelastet sind. mw

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