Interview. Thekla Carola Wied (73), Schauspielerin

„Habe nie das Gefühl, ich hätte genug gespielt“

Seit 50 Jahren steht Thekla Carola Wied vor der Kamera. Auf dem Erfolg wollte sie sich aber nie ausruhen.

München. (dpa) Thekla Carola Wied hofft auf mehr interessante Rollen für ältere Schauspielerinnen. Im Interview mit der dpa spricht die Schauspielerin über ihren Beruf und ihren nächsten Film und verrät, welche Themen ihr im Fernsehen zu kurz kommen. Ihr nächster Fernsehfilm „Was ich von dir weiß“ ist am 28. August (20.15 Uhr) im ZDF zu sehen.

Sie hatten vor 50 Jahren Ihre erste große Filmrolle. Wie schafft man es, so lange kontinuierlich Erfolg zu haben?

Wied: Es gibt kein Rezept dafür, wie man das schafft. Vielleicht ist das Wichtigste, dass ich den Beruf nach
wie vor liebe und dafür
brenne. Ich hatte nie das Gefühl, ich hätte jetzt genug gespielt.

Welche Rollen haben Sie am liebsten gespielt?

Wied: Das waren einerseits die Rollen in den Serien, die mir die Türen geöffnet haben und für die ich bis heute bekannt bin. Da wurde mein komisches Talent entdeckt. Aber auch die Charakterrollen und die dramatischen Rollen habe ich gerne auf der Bühne und der Leinwand gespielt.

War es schwierig, von der Rolle, die Sie in „Ich heirate eine Familie“ verkörpert haben, loszukommen?

Wied: Es war nicht ganz einfach. Das ist klar, wenn man so geprägt ist durch eine Figur, die viele geliebt haben. Danach habe ich viele Angebote für ähnliche Rollen bekommen. Ich habe sie aber oft abgelehnt und zwischendurch immer wieder Theater gespielt. Ich wollte lieber einen Weg gehen, der mir selber spannend erscheint, als mich auf dem Erfolg auszuruhen.

Maria Furtwängler hat vor Kurzem eine Studie vorgestellt, nach der es in Film und Fernsehen deutlich mehr Männer als Frauen gibt, vor allem mit steigendem Alter. Mussten Sie als Frau im Fernsehgeschäft mehr kämpfen?

Wied: Ich weiß nicht, wie Männer kämpfen müssen. Tatsache ist, dass es weniger ältere Frauen im Fernsehen gibt. Damit hat Frau Furtwängler absolut recht und es ist dankenswert, dass sie darauf aufmerksam macht. Es wäre also Zeit, daran etwas zu ändern.

Gibt es Themen, die im Fernsehen öfter auftauchen sollten?

Wied: Gerade bei den öffentlich-rechtlichen Sendern sind die meisten Zuschauer älter, zwischen 50 und 80 Jahren, und die wollen natürlich auch ihre Themen sehen. Und davon gäbe es genug.

Ihr nächster Film, „Was ich von dir weiß“ handelt von Menschen mit Lebenserfahrung, die viel mitzuteilen haben.

Wied: Ja, er ist nicht leicht anzusehen. Aber sehr lohnend. Es geht um ein Menschheitsthema schlechthin – unseren gebrochenen Umgang mit Wahrheit. Die Menschen können nicht mehr miteinander reden, ihre Probleme nicht mitteilen. Und irgendwann eskalieren die Lügen.

Wollte lieber einen Weg gehen, der mir selber spannend erscheint.

Thekla Carola Wied
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