VN-Interview. Johannes Krisch (50), Schauspieler

„Ich bleibe an der Burg bis sie mich raustragen“

Der Schauspieler spricht über seine Projekte und die Zusammenarbeit mit Regisseur Gore Verbinski.

Wien. (lh) Zuletzt war er als Partner von Martina Gedeck in „Gleißendes Glück“ in unseren Kinos zu sehen. Nun kommt Burgschauspieler Johannes Krisch in einer internationalen Produktion auf die Leinwand, nämlich im Mystery Thriller „A Cure For Wellness“. Und im TV-Dreiteiler „Maximilian – Das Spiel von Macht und Liebe“ verkörpert er Graf Haug von Werdenberg.

Im Titelnachspann von „A Cure For Wellness“ werden Sie als „Caretaker“ bezeichnet?

Krisch: Also ein Hausmeister. Da kenn’ ich mich aus, weil ich ja „Liliom“ gespielt habe, der zu diesem Beruf nicht taugen möchte. In seiner einfachen Logik begründet er das so: „Wannst a Hausmaster sein willst, muasst a Hausmaster sein.“

Der Typ im Psychothriller ist aber ein wirklicher „Caretaker“?

Krisch: Ja. Ein Mann, der alles richtet und die groben Sachen erledigt. Vom Fenster zumauern bis zum Entsorgen. Auch von Leichen.

Wie sind Sie zu dieser Gastrolle gekommen? Regisseur ist immerhin Gore Verbinski, der für „Fluch der Karibik“ eins bis drei zuständig war?

Krisch: Die Anfrage kam aus Übersee, lief dann über London und Deutschland, weil es ja eine amerikanisch-deutsche Koproduktion ist. Ich nahm an einem E-Casting teil, das heißt, ich schickte ihnen ein Band. Schließlich meldete sich Verbinski persönlich. Wir machten ein Treffen in Berlin aus, danach war alles klar.

Worüber haben Sie geplaudert?

Krisch: Über Gott und die Welt, unsere Kinder und Musik. Es war sehr entspannt. Er ist ein toller, lustiger, humorvoller Rock’n’Roller.

Die Geschichte spielt zwar in einer geheimnisvollen Schweizer Wellnessanstalt, aber Ihre Szenen entstanden in Berlin/Babelsberg. Wie lief es denn
bei der Arbeit mit Gore Verbinski?

Krisch: Er ist hochkonzentriert, weiß ganz genau, was er möchte und orientiert sich genau an seinem Storyboard. Ich war richtig baff,
als ich diese große weiße Tafel gesehen habe.

Kam es auch zu guten Kontakten mit den Hauptdarstellern Dane DeHaan aus „Spiderman – Rise Of Electro“, Mia Goth oder Jason Isaacs?

Krisch: Ich hatte ja nur vier Drehtage. Da wird man um fünf Uhr früh von zu Hause abgeholt, geht in die Maske und begegnet einander höchstens dort oder beim Mittagessen. In so kurzer
Zeit kann sich wenig entwickeln.

„Zu Hause“ bedeutet Berlin?

Krisch: Ja, denn dort habe ich fünf Jahre gelebt. Inzwischen bin ich zurückübersiedelt, in ein Haus ein bisschen außerhalb von Wien.

Wie lange sind Sie jetzt schon Ensemblemitglied der Burg?

Krisch: Seit 29 Jahren.

Und wie lang wollen Sie es noch bleiben?

Krisch: Bis sie mich raustragen, hoffe ich.

Was spielen Sie momentan am Theater?

Krisch: Wieder den „Talisman“. Und dann werde ich mich mit der Frau Direktor zusammensetzen und schauen, was wir künftig miteinander anstellen können.

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