Buchmacher sehen Zoë nicht im großen Finale

Der ORF überträgt das Halbfinale heute, Dienstag, ab 21 Uhr live.
Der ORF überträgt das Halbfinale heute, Dienstag, ab 21 Uhr live.

Zoë gehört zu den Medienlieblingen des Song Contest, muss aber vor den Fach­juroren zittern.

Stockholm. Bei Conchita Wurst waren die Wettquoten nach der ersten Probewoche deutlich schlechter als das tatsächliche Ergebnis: Damit tröstet sich Zoë, wenn sie an die Buchmacher denkt. Auf deren Listen verpasst die 19-jährige Wienerin knapp den Einzug ins Finale, ein sicheres Nein haben San Marino, Finnland, Montenegro und Moldau.

„Gutes Televoting“

Im Gegensatz zu Nadine Beiler (2011) und Natália Kelly (2013), die kaum Publikumsstimmen bekamen, aber von den Fachjuroren sehr hoch bewertet wurden, sagen hier die Insider „Loin d’ici“ ein gutes Televoting voraus, befürchten aber, dass der Titel zu schlagerhaft sein könnte. Der Rahmen für ihren Auftritt ist jedenfalls weniger kitschig als beim österreichischen Vorentscheid, vermittelt eine beschwingt fröhliche Atmosphäre mit Blumen und Schmetterlingen. Auf Schneefall als Showeffekt nach dem zweiten Refrain muss das ORF-Team allerdings verzichten: Die verantwortlichen Schweden untersagten Konfetti und Kunstschnee. So rieselt es bloß animiert auf der LED-Wand im Hintergrund. Gespart wurde beim Backgroundchor, der ohnehin nicht ins Bild kommt: Da die Gagen österreichischer Sängerinnen zu hoch erschienen (rund 14.000 Euro) und zusätzlich auch keine Reisekosten anfallen, wurden zwei Profis in Stockholm angeheuert. Zoë übte mit den beiden Damen von Wien aus schon vorab per Skype – und darf sich sagen lassen, dass ein ehemaliger Sieger ebenfalls ohne Chor angereist ist: Toto Cutugno engagierte seinen Sängerkreis anno 1990 direkt in Zagreb. Die Stimmung vor Ort spricht allerdings zu 100 Prozent für Zoë: Die Herzen fliegen der Wienerin bei jeder Nebenveranstaltung wie Auftritten im Euroclub und Euro-Café sowie den Pressekonferenzen zu.

ORF überträgt live

Heute, Dienstag, muss ihr gewinnendes Wesen eben auch über die Bildschirme kommen und rund 30 Millionen Zuschauer erreichen. So viele lockt das Halbfinale europaweit an.

Zwei Österreicher zittern ebenfalls bei Kroatien mit: Die Wiener Andreas Grass und Nikola Paryla alias Popmaché haben „Lighthouse“ für Nina Kraljic komponiert, was ohnehin zu Beschwerden von kroatischen Politikern führte, die postulierten, dass man genügend Top-Songschreiber im eigenen Land hätte. „Kein musikalischer Leuchtturm an Innovation“, lautet das Urteil im Pressezentrum über die Mainstream-Ballade mit Ethno-Touch, die jedoch bei den Wetten in den Top 10 liegt.

Aus Stockholm berichtete Christian Ude, Kleine Zeitung

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