„Die Verantwortung ist etwas einschüchternd“

Erstmals agiert Hollywood-Star Meryl Streep als Präsidentin der Berlinale-Jury.

Berlin. (lh) Sie ist eine der ganz großen Schauspielerinnen der Kinogeschichte. Unübertroffene 19 Mal war sie bisher für den Oscar nominiert, drei Mal gewann sie die begehrteste aller Film-Trophäen. Jetzt, mit 66, feiert sie ein Debüt: Erstmals agiert Meryl Streep (66), als Präsidentin der Jury bei der Berlinale, die morgen, Donnerstag, eröffnet wird.

2006 hatte sie sich bei diesem Festival für „The Hours“ mit Julianne Moore und Nicole Kidman den Silbernen Bären als beste Schauspielerin geteilt, 2012 wurde sie für ihr Lebenswerk mit dem Goldenen Ehrenbären

ausgezeich-

net. Also sagt sie: „Jede
Gelegenheit,

nach Berlin zurückzu-

kehren, ist für mich fantastisch. Der Jury-Aufgabe sehe ich mit großer Freude und Spannung entgegen. Die Verantwortung ist fast etwas einschüchternd, da ich noch nie Präsidentin von irgendwas gewesen bin. Ich hoffe nur, dass ich an den Standard der hervorragenden Jurys der vergangenen Jahre anknüpfen kann. Diese Berufung

war mir jeden

falls

eine große Ehre.“ Die Lady aus New Jersey, momentan

in „Suffragette“ in den Kinos zu sehen, hat zu Österreich ein besonderes Verhältnis. Feierte sie doch ihren schauspielerischen Durchbruch mit der hier gedrehten vierteiligen TV-Serie „Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiss“ (1978). „Warum haben Sie mich dabei eigentlich nie besucht?“, fragt sie, „ich bin 17 Wochen im Döblinger Hotel Modul herumgesessen, und mein abendliches Leibgericht war gebratene Forelle mit Rotwein. Ja, schön, auch wenn Rotwein nicht unbedingt zur Forelle passt – mir hat’s geschmeckt.“

Als sie erfährt, dass der damalige Kontaktverhinderer der Regisseur Marvin Chomsky war, meint sie nur: „Ach der? Am liebsten wäre mir gewesen, sie hätten diesen Namen gar nicht erwähnt.“ Einen Österreich-Bezug hatte auch ihre Mitwirkung in „Jenseits von Afrika“. Der hieß Klaus Maria Brandauer. „Klaus?“, lächelt sie, „ist der nicht eine noch größere Diva als ich? Nein, im Ernst: Er ist ein exzellenter Schauspieler. Als wir in Afrika filmten und meist nur schlechtes Essen bekamen, versorgte er uns durch einen Freund, der bei einer Fluglinie arbeitete, immer mit Parmesan und sonnengetrockneten Tomaten. Es war angenehm und einfach, mit ihm zu arbeiten.“

„Nie ein Problem mit Falten“

Sitzt man Meryl Streep gegenüber, fällt auf, dass sie im „wirklichen Leben“ noch besser aussieht als auf der Leinwand. „Das hat man mir schon öfter gesagt.“ Das Älterwerden war für sie nie ein Problem: „Ich hatte nie was gegen meine Falten. Ich habe sie immer gepflegt. Ich kam niemals in Versuchung, einen Schönheitschirurgen aufzusuchen. Dabei hätte mir ein solcher so manches einreden können. Etwa die zu lange Nase, das zu breite Gesicht.“

Ganz ungewöhnlich für Hollywood, das muss unbedingt erwähnt werden, ist ihre glückliche Ehe mit dem Bildhauer Don Gummer, die nun schon über 37 Jahre währt. Ein Rezept? „Kein wirkliches, außer: Man muss halt immer dafür kämpfen.“

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