VN-Interview. Michael Niavarani (45)

„In erster Linie Komiker“

Der Wiener Kabarettist, Schauspieler und Autor Michael Niavarani im Gespräch mit den VN.

Wien. (lh) Normalerweise ist er Bildschirm-Dauergast, jetzt kommt Michael Niavarani wieder einmal in die Kinos, und das gleich in einer Doppelrolle. In der Slapstick-Komödie „Die Mamba“ ist er ein internationaler Top-Terrorist, Meister der Maske und Täuschung. Der, der ihm aufs Haar gleicht, ist Hossein Sarivi, braver Ehemann und Geräuschdesigner in einer Keksfabrik. Die Verwechslungen nehmen ihren Lauf. Seit 10. April in unseren Kinos.

In der Chart-Show „Österreich wählt“ wurden Sie zum „lustigsten Österreicher“ gekürt. Falls dieser Ruf verpflichtet – gehen Sie da nicht einem fürchterlichen Schicksal entgegen?

Michael Niavarani: Ach, der ORF wusste wieder einmal nicht, was er mit seiner Sendezeit machen sollte, und da hat er sich an RTL gehalten, sich ein Format ausgeborgt, diverse Ausschnitte gespielt und abstimmen lassen. Da das Ganze mit Geschmack und Stil zu tun hatte, habe ich gewonnen . . .

Wer ist für Sie der lustigste Österreicher?

Niavarani: Hans Moser, nicht nur ein großartiger Schauspieler, sondern einer, der es in seinem Fach geschafft hat, Persönlichkeit und Stil einzubringen. Auf diese Art haben sie das in Hollywood erst später gemacht.

Wer wäre in Ihren Augen derzeit der unlustigste Österreicher?

Niavarani: Andreas Mölzer. Aber ich glaube, der ist gar kein Österreicher. Die Österreicher sind doch keine Rassisten.

Im Werbetext zu „Die Mamba“ heißt es, in diesem Film würden der deutsche und der österreichische Humor aufeinanderprallen. Unterliegt diese Konstellation nicht dem Gott des Gemetzels?

Niavarani: Ich glaube nicht, dass man Humor in Nationalitäten einteilen kann. Auch die Menschen nicht. Humor ist etwas Universelles. Entweder man findet es komisch oder nicht. Dies hier ist eine Genreparodie, und das Publikum wird entscheiden, ob sie witzig ist.

Wer hat die Idee in die Welt gesetzt – Sie?

Niavarani: Mitnichten. Das waren die Produzenten Erich Schindlecker und Markus Pauser. Sie fragten mich: „Möchtest du einen Agentenfilm machen?“ Ich: „Wenn jemand ein Drehbuch schreibt, gern. Ich habe keine Zeit dazu.“

Was ist Ihnen von Anfang an vorgeschwebt?

Niavarani: Ich kenne natürlich die Action-Filme mit Bruce Willis oder Daniel Craig. Aufgrund meiner Physis hatte ich keine Chance, das nachzuahmen. Leute niederschießen, rennen, über Mauern springen und so. Hat Gott sei Dank alles ein Stuntman gemacht.

Fragt man Sie nach Ihrem Beruf, als was würden Sie sich bezeichnen?

Niavarani: Ich bin in erster Linie Komiker. Und Komödie kann als Buch, Theaterstück, Film oder Kabarettprogramm gebracht werden.

Was lieben Sie als Schauspieler?

Niavarani: Was für andere der Hamlet ist, ist für mich: in den Swimmingpool fallen, gegen Türen rennen, über Stiegen stolpern. Da bin ich in der „Mamba“ echt in meinem Element.

Zuletzt waren Sie auch als Buchautor sehr erfolgreich. Neues in Sicht?

Niavarani: Ich recherchiere gerade für einen historisch-komischen Roman eine Geschichte, die auf Tatsachen beruht. Im Zentrum steht ein Engländer, der durch Europa zog und sich als persischer Botschafter ausgab. 100 Seiten habe ich schon.

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