Ein starkes Signal

Verärgerte WhatsApp-Nutzer wenden sich ab. Konkurrent Signal setzt auf Datensicherheit.

Schwarzach Edward Snowden enthüllte die Überwachungs- und Spionagepraktiken der Geheimdienste und ist Fan von Signal. „Hier ist ein Grund: Ich benutze es jeden Tag und bin noch nicht tot.“ Dieser Satz des ehemaligen CIA-Mitarbeiters steht derzeit für ein gutes Argument, weshalb viele Nutzer vom Messenger-Dienst WhatsApp zu Signal wechseln.

WhatsApp steht derzeit stark in Kritik. Denn das Unternehmen hat in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen festgeschrieben, die Nutzerdaten für Werbezwecke mit allen Facebook-Unternehmen zu teilen. Zwar wird versichert, das gelte nur außerhalb Europas, dennoch ist die Suche nach einer Alternative entbrannt.

Wieso Signal von vielen Sicherheitsexperten und Datenschutzorganisationen empfohlen wird?  Signal nutzt genauso wie WhatsApp eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Das bedeutet, die Nachrichten können nur von Sender und Empfänger gelesen werden. Allerdings hat Signal von seinen Nutzern ausschließlich die Telefonnummer und keine weiteren Daten. So hat der Signal-Dienst beispielsweise auch keine Kenntnis von den jeweiligen Kontakten. Dazu kommt, dass der vollständige Quellcode der App öffentlich verfügbar ist. So können Interessierte den Code auf Sicherheit und Richtigkeit prüfen.

Gemeinnützige Organisation

Signal ist im Gegensatz zum Facebook-Konzern eine gemeinnützige Organisation, weder an ein großes Technologieunternehmen gebunden noch börsennotiert. Finanziert wird der Dienst durch Zuwendungen und Spenden von Nutzern. Dazu gehört interessanterweise auch WhatsApp-Mitgründer Brian Acton. Er bedachte die Signal-Stiftung mit 50 Millionen Dollar. Von Facebook, nun Eigentümer von WhatsApp, hat er keine allzu gute Meinung mehr. „Sie sind gute Geschäftsleute“, sagte er zu „Forbes“. „Sie stehen nur für eine Reihe von Geschäftspraktiken, Prinzipien und Ethik, mit denen ich nicht unbedingt einverstanden bin.“

Bei Signal ist man nun dabei, neben den Basisfunktionen wie Nachrichten, Sprach- und Videoanrufen auch Neuerungen einzuführen und vor allem auch die Kapazitäten zu erhöhen. Auch wenn man vom Höhenflug etwas überrascht wurde, zeigt man sich siegessicher und gibt auf Twitter ein Versprechen ab: „Es werden niemals Anzeigen in Signal geschaltet, da Ihre Daten in Ihre Hände gehören und nicht in unsere.“ Die Aufholjagd zur Konkurrenz kann allerdings noch dauern. Während WhatsApp aktuell über zwei Milliarden Nutzer hat, liegt die von Signal zuletzt kommunizierte Nutzerzahl von August 2019 bei 10 Millionen. Aber allein in Indien, dem größten Markt von WhatsApp, verzeichnete man vergangene Woche rund vier Millionen Neuanmeldungen. Und Signal liegt unter allen kostenlosen Apps auf Platz eins.

Musk als Fan

Auch Tesla-Chef Elon Musk ist Signal-Fan, sorgte mit seinem Twitter-Aufruf („Nutzt Signal“) allerdings kurzzeitig für Verwirrung. Denn daraufhin raste die Aktie von Signal Advance von 0,60 auf 38,70 US-Dollar. Als klar war, dass dahinter ein Medizintechnikunternehmen steckt, das nichts mit der App zu tun hat, stürzte die Aktie wieder ab. VN-reh

„Hier ist ein Grund: Ich benutze Signal jeden Tag und bin noch nicht tot.“

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