„Das Bild für diese Saison ist dunkelschwarz“

Die Betten in Vorarlbergs Hotels bleiben weiter kalt. Die Branche verliert die Perspektive und rechnet mit weiteren Verlängerungen des Lockdowns. VN/Steurer

Die Betten in Vorarlbergs Hotels bleiben weiter kalt. Die Branche verliert die Perspektive und rechnet mit weiteren Verlängerungen des Lockdowns. VN/Steurer

Immer mehr Hoteliers zweifeln, ob Wintersaison stattfinden kann.

Schwarzach Langsam schwindet auch der letzte Zweckoptimismus in der Vorarlberger Hotellerie und Tourismusbranche. „Das Covid-19-Krisenmanagement will aus unserer Sicht wesentliche Tatsachen in Bezug auf die Wintersaison 2020/21 nicht zur Kenntnis nehmen. Denn die Grenzen bleiben für Urlauber und Gäste aus dem Ausland aufgrund von Quarantänepflichten und anderen Einschränkungen – auch nach einem voraussichtlichen Ende des Lockdowns – weiterhin faktisch geschlossen“, stellt der Stubener Hotelier und Sprecher der Tourismusbranche, Markus Kegele, im Gespräch mit den VN fest.  Diese Einkesselung des Vorarlberger Wirtschaftsraumes bedeute einen Totalausfall von über 90 Prozent der Nächtigungen und damit für die gesamte Wintersaison.“

Deshalb werden in der Hotellerie auch Stimmen laut, die Saison ganz abzuhaken, d. h. gar nicht mehr aufzusperren. Befeuert werden solche Überlegungen von den Maßnahmen, die in Deutschland, dem Hauptherkunftsland der Gäste in Vorarlberg, diskutiert werden und von verschärften Einreisebestimmungen in Österreich. Vor Pfingsten, so der Tourismusbeauftrage der deutschen Regierung, Thomas Bareiß, „ist das Reisen noch sehr schwer vorstellbar“. Eine Verordnung könnte schon heute, Mittwoch, beschlossen werden.

„Wir haben die Saison noch nicht aufgegeben“, sagt indes der Geschäftsführer von Vorarlberg Tourismus, Christian Schützinger. Das Interesse der ausländischen Gäste sei nach wie vor groß, „es gibt viele Gäste, die sogar in Kauf nehmen würden, dass sie in Quarantäne müssen“. Er will nun abwarten, welche Entscheidungen zu Reisemöglichkeiten in Österreich beschlossen werden und wie das „Freitesten“ funktionieren könnte.

Wirtschaftlich abgeschrieben hat Hotelier Florian Moosbrugger vom Hotel Gasthof Post in Lech die Saison. Allerdings gebe es auch eine soziale Verantwortung für die Mitarbeiter, betont er im Gespräch mit den VN. Ob und wie geöffnet werden könnte, kann er genauso wenig sagen wie seine Kollegen in anderen Talschaften. Wie diese erkennt er aber keine Strategie in der Pandemiebekämpfung, „man weiß sich nicht mehr zu helfen“.

„Man lebt von Woche zu Woche“, schildert Elmar Müller vom Kleinwalsertal Tourismus die Situation. Die Stimmung sei nicht gut, denn noch gebe es einen Funken Hoffnung, doch noch die Betriebe für eine kurze Zeit hochfahren zu können. Daran will Hotelier Hermann Haller, Hallers Genusshotel in Mittelberg, nicht mehr glauben. Er werde den Betrieb bei einer weiteren Reisewarnung hundertprozentig schließen. „Das Bild für diese Saison ist dunkelschwarz“, so Hotelier Haller. VN-sca

<p class="infozeile">Wir gehen davon aus, dass bis Faschingsdienstag nichts passiert. Sollte es dann doch eine Änderung geben, können wir bei unserem Hotel zuerst die Chalets öffnen. Peter Marko, Sporthotel Silvretta Montafon, Gaschurn</p>

Wir gehen davon aus, dass bis Faschingsdienstag nichts passiert. Sollte es dann doch eine Änderung geben, können wir bei unserem Hotel zuerst die Chalets öffnen. Peter Marko, Sporthotel Silvretta Montafon, Gaschurn

<p class="infozeile">Die Situation schmerzt alle, Hoteliers, Angestellte und Lieferanten. Man muss realistisch sein und muss bei einer Reisewarnung in Deutschland besser heute als morgen zusperren. Hermann Haller, GenießerhotelHallers, Mittelberg</p>

Die Situation schmerzt alle, Hoteliers, Angestellte und Lieferanten. Man muss realistisch sein und muss bei einer Reisewarnung in Deutschland besser heute als morgen zusperren. Hermann Haller, GenießerhotelHallers, Mittelberg

<p class="infozeile">Diese Saison wird eine wirtschaftliche Nullnummer. Für uns geht es aber auch um die soziale Verantwortung für unsere Mitarbeiter. Eine Strategie bei den Maßnahmen erkenne ich nicht. Florian Moosbrugger, Gasthof Post, Lech</p>

Diese Saison wird eine wirtschaftliche Nullnummer. Für uns geht es aber auch um die soziale Verantwortung für unsere Mitarbeiter. Eine Strategie bei den Maßnahmen erkenne ich nicht. Florian Moosbrugger, Gasthof Post, Lech

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